Die iranische Armee hat ein Kopfgeld von umgerechnet 25.000 Euro für jede US-Soldatin beziehungsweise jeden US-Soldaten ausgesetzt. Ob die Person getötet oder gefangen genommen wurde, ist dabei egal. Frauen bekommen 50.000 Euro, hieß es.
Das Kopfgeld sei vom Oberbefehlshaber der regulären iranischen Armee, Amir Hatami, ausgelobt worden, berichtete unter anderem das Nachrichtenportal Avash. Hintergrund sind die anhaltenden militärischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Beide Seiten haben in den vergangenen Wochen mehrfach gegen ein Abkommen vom 17. Juni verstoßen, das ein Ende des Kriegs an allen Fronten vorsah. Am vergangenen Wochenende ist die Frist abgelaufen, in der die Verhandlungen abgeschlossen sein sollten.
Laut Berichten ist im Iran die Angst groß, dass US-Streitkräfte am Boden operieren, ohne dass die Mullahs etwas mitbekommen. Ein weiterer Grund für das neu eingeführte Kopfgeld könnte sein, dass die Soldatinnen und Soldaten nach Luftangriffen im Hinterland notlanden und sich verstecken, bis sie gerettet werden. Die Belohnung soll somit Bewohnerinnen und Bewohner davon abhalten, den US-amerikanischen Streitkräften zu helfen. Für iranische Verhältnisse ist die Summe viel Geld, das Durchschnittseinkommen liegt bei ungefähr 220 Euro im Monat.
Am Osterwochenende setzten iranische Behörden bereits rund 60.000 US-Dollar auf Hinweise zu US-Besatzungsmitgliedern aus. Damals war ein Kampfjet über dem Iran abgeschossen worden. Beide Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten, ein Soldat blieb aber fast zwei Tage in den Bergen verschollen. US-Spezialkräfte suchten nach ihm und konnten den verletzten Offizier schließlich vor den iranischen Kräften in Sicherheit bringen.
Knackpunkt Straße von Hormuz
Zuletzt haben die US-Regierung und die iranische Führung unter anderem wieder wegen der Straße von Hormuz gestritten. US-Präsident Donald Trump kündigte etwa an, die Meerenge als US-Territorium ausweisen zu wollen. „Die Straße von Hormuz lässt sich weder per Tweet noch mit einem Flugzeugträger, noch durch einen Befehl oder eine Wahlkampfrede einnehmen“, richtete ihm Irans Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi daraufhin aus. Man habe sich noch nicht entschieden, ob man neue Gespräche mit Washington aufnehme oder nicht.
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