Vergleich mit „Mops“

Präsident nennt Russland „Zwerg“: Moskau sauer

Außenpolitik
30.09.2026 21:05

Bundespräsident Alexander Van der Bellen nahm sich zuletzt schon in Sachen Israel kein Blatt vor den Mund. Nun hat er Russland als „Zwerg“ bezeichnet – und das gefällt den Vertretern Moskaus natürlich garnicht. 

Russlands Botschaft in Wien hat sich auf der Plattform X empört über ein Zitat von Bundespräsident Alexander Van der Bellen gezeigt. Dieser habe Russland bei einer Veranstaltung in Wien als „einen Zwerg“ bezeichnet, der sich „wie ein Riese benimmt“.

Die Botschaft hielt dazu fest: „Solche Äußerungen machen dem Staatsoberhaupt eines Landes, dessen Souveränität und Unabhängigkeit von der Russischen Föderation als Rechtsnachfolgerin der Sowjetunion garantiert wurden, keine Ehre.“

Vergleich mit „Mops“
Weiters hieß es in dem Posting: Wir erlauben uns unsererseits, den österreichischen Bundespräsidenten, der bereits nicht zum ersten Mal und dabei unbeholfen versucht, außenpolitische Fragen zu kommentieren, an ein geflügeltes Wort aus der berühmten Fabel von Iwan Krylow zu erinnern: ,Der Mops! Klar, ist ein starker Mann. Der bellt auch Elefanten an.‘“

Die Aussage Van der Bellens fiel offenbar im Rahmen seiner Rede bei der Veranstaltung „Hofburg im Dialog“ am 14. September in Wien, bei der der Bundespräsident gemeinsam mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde den raschen Ausbau der EU-Kapitalmarktunion gefordert hatte. „Wir brauchen einen echten europäischen Kapitalmarkt, eine echte Kapitalmarktunion“, sagte Van der Bellen bei dieser Gelegenheit. „Machen wir uns nicht kleiner, als wir sind“, rief er zudem zu „weniger Selbstverzwergung“ auf.

Auf einem Video, das ebenfalls auf X gepostet wurde, ist Van der Bellen dann noch mit folgender auf Englisch formulierten Erklärung zu hören und sehen: „Selbstverzwergung, to put it into English: Imagining Europeans as dwarfs on the world scale. We are not dwarfs. There‘s a dwarf that behaves like a giant, that‘s true, and that‘s Russia.“

Wirbel um Israel-Sager
Zuletzt hatte Van der Bellen für heftige Reaktionen aus Tel Aviv gesorgt, als er am Rande der UN-Vollversammlung in New York meinte, erzwungene Absiedlung und Gewalt gegenüber den Palästinensern würden gegen das Völkerrecht verstoßen. Allerdings hatte der Bundespräsident zuvor ausdrücklich betont, dass das Existenzrecht Israels für ihn „natürlich außer Frage“ stehe. 

Dort war man dennoch „not amused“, Israels Außenminister Gideon Sa‘ar hatte Van der Bellen daraufhin scharf kritisiert, meinte sogar, der Bundespräsident „sollte sich schämen“. Auch die Israelitische Kultusgemeinde in Österreich reagierte irritiert. 

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