Wechsel steht an

Mehrheit der Länder hat keine Zeitumstellung mehr

Ausland
29.09.2026 15:59

In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober werden die Uhren in Österreich wieder um eine Stunde zurückgestellt – von drei auf zwei Uhr. Erst vergangene Woche hat die Bundesregierung beschlossen, die Zeitumstellung bis mindestens 2031 beizubehalten. In vielen anderen Ländern gilt hingegen durchgängig Winter- oder Sommerzeit, darunter Island, Japan und Südafrika.

Tatsächlich halten weltweit nur noch etwa 70 Staaten an der saisonalen Umstellung fest. Die Mehrheit der Länder bleibt dauerhaft bei einer festen Standardzeit. Manche Regierungen haben sich nie auf die Zeitumstellung eingelassen, darunter die isländische. Andere haben das Vorgehen bereits sehr früh abgeschafft, etwa die japanische Regierung 1951. In den vergangenen Jahren folgten einige weitere Länder dem Vorgehen, darunter die Türkei, in der seit 2016 dauerhaft die Sommerzeit gilt, Brasilien 2019 und Mexiko 2022.

Als Gründe wurden unter anderem wirtschaftliche Faktoren, die geografische Lage und kulturelle Faktoren angegeben. In Japan spielte zum Beispiel die Präferenz, das Leben nicht nach äußeren Zeitvorgaben zu richten, eine Rolle. In Argentinien, das die Umstellung 2009 abgeschafft hat, wurde damit argumentiert, dass die erwarteten Energieeinsparungen gering ausgefallen seien. China müsste theoretisch fünf Zeitzonen abdecken, hat de facto aber trotz der enormen geografischen Ausdehnung nur eine.

Landesweit nicht immer einheitlich
Ein Sonderfall ist Australien, das kein einheitliches System hat. In Queensland, Westaustralien und dem Northern Territory wird die Uhrzeit nicht umgestellt.

Die Mitteleuropäische Zeit MEZ wurde im österreichischen Eisenbahn- und Telegraphendienst 1891 und in Wien durch den Beschluss des Gemeinderats 1910 eingeführt. Eine gesetzliche Verordnung erfolgte damals nicht. Am 30. April 1916 wurde die Zeitumstellung schließlich erstmals in Österreich-Ungarn eingeführt, begründet wurde der Schritt mit Energieeinsparungen bei der künstlichen Beleuchtung an langen Sommerabenden. Hierzulande galt sie zunächst bis 1920, zwischen 1940 und 1948 wurde ein erfolgloser neuer Versuch unternommen. 1973 wurde die Sommerzeit in Europa anlässlich der Ölkrise dann wieder aufs politische Parkett gebracht, Österreichs Regierung führte die Sommerzeit sieben Jahre später gesetzlich ein.

Seither werden die Uhren halbjährlich umgestellt – immer am letzten Sonntag im März auf Sommerzeit und am letzten Sonntag im Oktober auf Winterzeit. Einer Abschaffung müssten die EU-Mitgliedsstaaten mehrheitlich zustimmen. Österreichs Regierung hat zuletzt per Verordnung festgelegt, wann die Sommerzeit beginnt und wann sie endet – und zwar bis 2031.

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