Selenskyj zeigt Video
Kiew feiert ersten Einsatz eigener Rakete
Weil die US-Munitionsdepots ziemlich leer sind, Washington bei der Vergabe von Lizenzen zur Produktion von Patriot-Abwehrwaffen auf der Bremse steht und auch die europäischen Partner nicht mit der russischen Schlagzahl mitkommen, hat die Ukraine vor geraumer Zeit begonnen, selbst an ballistischen und an Abfangraketen zu arbeiten. Nun ist erstmals eine taktische ballistische Rakete im Krieg gegen Russland eingesetzt worden.
„Der erste Kampfeinsatz. Ich danke für das Ergebnis“, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj auf sozialen Netzwerken mit. Die nächste Aufgabe sei die Ausweitung der Raketenproduktion. Zum Ziel machte der Staatschef keine Angaben, veröffentlichte aber ein Video eines nächtlichen Raketenstarts (siehe X-Posting unten).
Die ukrainische Rüstungsfirma Fire Point hatte zuvor die ersten Kampfeinsätze für ihre ballistische Rakete des Typs FP-7 mehrfach verschoben. Anfänglich wurden von der Unternehmensführung erste Raketenschläge auf die russische Hauptstadt Moskau für den Sommer angekündigt. Vor wenigen Tagen ruderte die dem Selenskyj-Umfeld zugeschriebene Firma zurück und kündigte einen ersten Einsatz für das Herbstende an. Moskaus Zentrum ist gut 450 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Auf gute folgte schlechte Nachricht
Zu dieser durchaus guten Nachricht gesellte sich am Donnerstag aber auch eine schlechte. Denn die ukrainische Luftwaffe hat ein weiteres Kampfflugzeug verloren. Die MiG-29 sei während eines Kampfeinsatzes durch eine russische Rakete abgeschossen worden, teilte das ukrainische Militär auf Telegram mit. Der Pilot habe noch den Schleudersitz ausgelöst, den Absturz jedoch nicht überlebt. Zuvor habe der Kampfjet einen Angriff an einem ungenannten Frontabschnitt geflogen.
Nach offiziellen Angaben verlor die ukrainische Luftwaffe zwei weitere MiG-29-Kampfflugzeuge im Juni und August bei Kampfeinsätzen. Unbestätigten Berichten zufolge gingen Maschinen dieses Typs auch durch russische Luftschläge auf ukrainische Luftwaffenbasen verloren. Nach Einschätzung der Experten des in London ansässigen International Institute for Strategic Studies verfügte die Ukraine noch Ende 2025 über 14 MiG-29 sowjetischer Bauart.
Wartungsprobleme bei F-16-Jets?
Zuletzt hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj bis Jahresende die Lieferung von drei weiteren F-16-Kampfflugzeugen aus Belgien in Aussicht gestellt. Laut einem kürzlich erschienenen Bericht des „Wall Street Journal“ hat Kiew jedoch ein Problem bei der Wartung der Jets aus US-amerikanischer Produktion, wodurch nur wenige einsatzbereit sind. Die ukrainische Luftwaffe nutzt ihre kleine Flotte auch zur Abwehr der von Russland seit mehreren Wochen verstärkt eingesetzten schnellen Jetdrohnen.

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