Taten in Bayern 2025

Schreckliche Details im Prozess um Dreifachmord

Ausland
01.10.2026 16:19
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mit emotionalen Szenen hat am Donnerstag der Prozess um einen Dreifachmord im Bayerischen Wald begonnen: Familienangehörige der Opfer verfolgten das Verlesen der Anklage tief erschüttert und unter Tränen. Der 39-jährige Angeklagte machte zunächst keine Aussage.

Laut der Anklageschrift lud er im Juni 2025 seine Nachbarin (26) zu sich ein, nachdem diese mit ihrem Freund gestritten hatte. Sie und der 39-Jährige sollen gemeinsam Drogen, Alkohol und Medikamente konsumiert haben. Nachdem die Nachbarin auf dem Sofa eingeschlafen war, habe sie der Mann ermordet, sagte der Oberstaatsanwalt am Landgericht Deggendorf. Er habe sie gewürgt und mit einem Kabel erdrosselt. Als er einige Tage später Leichengeruch festgestellt habe, habe er die Tote zerteilt, den Oberkörper im Kühlschrank versteckt und die Beine in einer Sporttasche verpackt in einem Wald abgelegt.

Zwei Wochen später entwickelte sich bei einer weiteren Nachbarin (22) während des Kochens ein Schmorbrand in der Wohnung. Der Angeklagte soll sie daraufhin in seine Wohnung gebeten und ihr mit einer Bierflasche und einem Hammer mehrfach auf den Kopf geschlagen haben. Sie habe dabei zahlreiche Brüche erlitten. Auf die Hilferufe der jungen Frau soll der Mann mit „Jetzt halt doch mal dein Maul“ reagiert haben.

In diesem Mehrfamilienhaus in Niederbayern sind vor mehr als einem Jahr drei Leichen gefunden ...
In diesem Mehrfamilienhaus in Niederbayern sind vor mehr als einem Jahr drei Leichen gefunden worden.(Bild: APA/dpa/Christine Vincon)

Wollte Leiche sexuell missbrauchen
Der Anklage nach wollte er die Leiche anschließend sexuell missbrauchen. Dazu kam es jedoch nicht.  Der zwischenzeitlich zurückgekehrte Freund (56) der Nachbarin klopfte an der Tür und rief nach ihr. Um die Tötung zu verdecken, soll der Verdächtige auch den 56-Jährigen mit zahlreichen Hammerschlägen ermordet haben.

Die Staatsanwaltschaft sieht mehrere Mordmerkmale als erfüllt an: in allen drei Fällen Heimtücke, bei den Frauen auch zur Befriedigung des Sexualtriebs, im zweiten und dritten Fall Grausamkeit und bei dem Mann zur Verdeckung einer Straftat. Der Slowake stellte sich in Österreich.

Verteidiger: „Erstmals drogenfrei“
Zu Beginn des Prozesses am Donnerstag sagten die beiden Mütter der Toten unter Tränen aus. Drei Familienangehörige sagten, die Situation in dem Mehrfamilienhaus sei ihnen schon vor den Morden komisch vorgekommen. Der Angeklagte habe hinter verdunkelten Fenstern geklebt, das Haus sei heruntergekommen gewesen.

Der Slowake ist inzwischen seit 15 Monaten in Untersuchungshaft. In dieser Zeit sei er erstmals seit Langem drogenfrei, sagte der Verteidiger. Damit sei „sein Kopf klar“ geworden und ihm sei nun bewusst, was er Furchtbares getan habe. Sein Mandant habe depressive Episoden entwickelt und sei medikamentös eingestellt worden, um möglichst schlafen zu können. Für das Verfahren sind neun weitere Verhandlungstage anberaumt. Das Urteil könnte am 19. November fallen.

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