Politisches Talent. Das war zu erwarten: Die Debatte, die Aufregung um Bundeskanzler Christian Stockers Mütter-Kinder-Aussage („Das ist für mich keine unbezahlte Arbeit“) reißt nicht ab. Am Mittwoch veröffentlichte die „Krone“ ein Interview mit Stefanie Fladenhofer, jener Frau, die bei der Sommer-Tour in Salzburg mit ihrer Frage den Kanzler in Erklärungsnot gebracht hat. Sie berichtet von einer großen Zahl durchwegs positiver Rückmeldungen. Die Kanzler-Entschuldigung reicht ihr nicht. Die 36-Jährige sagt: „Es braucht mehr Geld und mehr Anerkennung. Liebe bezahlt keine Rechnungen.“ Gleichzeitig legt die Salzburgerin klar, dass sie entgegen verschiedenen Unterstellungen „eine absolute Privatperson“ ist, weder in einer Partei, noch in einer Aktivistengruppe tätig sei. Ob das für immer so bleibt? Sie scheint ein gewisses politisches Talent zu haben.
„Hundsarbeit“. Mit der Kanzler-Aussage, aber vor allem mit einem als Replik dazu gedachten Ausspruch von Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl beschäftigt sich heute in seiner „Krone“-Kolumne auch Dr. Georg Wailand. Anderl hatte gemeint, Kinder seien eine „Hundsarbeit“. Da fragt sich Wailand: „Kinder großzuziehen sei eine ,Hundsarbeit´? Unvorstellbar, Frau Anderl, dass es auch so etwas wie glückliche Mütter gibt?“ Und er gibt auch gleich die Antwort: Die Verantwortung für Kinder zu übernehmen sei weder ein „Job ohne Bezahlung“ und schon gar nicht eine „Hundsarbeit“! Unser Autor wundert sich auch darüber, dass es über Stockers Aussage eine breit angelegte Kritik gegeben hat, „während Anderls Worte bald im Alltagsgetöse untergegangen sind“. Zweierlei Maß?
Kommen Sie gut durch den Freitag!
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