Estlands Regierung beschränkt den Betrieb der Grenzübergänge zu Russland. Die Kontrollpunkte Narva, Luhamaa und Koidula würden nur tagsüber zwischen 7 und 19 Uhr geöffnet sein, hieß es. In den Nachtstunden werde der Betrieb aus Sicherheitsgründen auf unbeschränkte Zeit ausgesetzt.
Dieselben Öffnungszeiten werden auch für die Bahngrenzübergänge gelten. Damit verlängert die estnische Regierung eine Regelung, die seit dem Frühjahr gilt und zunächst bis Ende August in Kraft bleiben sollte. Die Entscheidung sei „im weiteren Kontext“ der Beziehungen zwischen Russland und der EU getroffen worden, deren Ton durch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine vorgegeben werde, hieß es in der Mitteilung des Innenministeriums.
„Ziel der Einschränkung war es, die Grenzsicherheit und unsere Reaktionsfähigkeit bei Grenzvorfällen zu erhöhen sowie die Zollkontrollen zu verbessern. An diesen Erfordernissen hat sich nichts geändert“, sagte Innenminister Igor Taro. Durch die nächtliche Schließung der Grenzübergänge könne Personal effizienter eingesetzt werden.
Grenzübertritte gingen zurück
Laut dem Innenministerium Estlands haben zuletzt deutlich weniger Menschen die Grenze passiert. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 444.000 Personen gezählt, das sind um 13 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der abgefertigen Fahrzeuge sank ebenfalls um 20 Prozent.
Das Nachbarland Finnland hat seine Grenze zu Russland bereits vollständig geschlossen. Für Estland existiere „gegenwärtig keine solche Gefährdungsanalyse“, sagte der Innenminister. Die finnische Regierung hatte die Grenze am 30. September 2022 zunächst für russische Touristinnen und Touristen geschlossen. Ungefähr ein Jahr später folgten in Russland zugelassene Fahrzeuge. Ende November 2023 wurde dann der letzte Grenzübergang für den gesamten Personenverkehr aus Russland geschlossen. Ein Hintergrund sind Vorwürfe, dass Russland vermehrt Asylwerberinnen und Asylwerber ohne Papiere über die gemeinsame Grenze schleuse, um Finnland zu destabilisieren.
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