Der südkoreanische Aktienmarkt hat am Mittwoch einen der stärksten Einbrüche seiner Geschichte verzeichnet. Der Leitindex Kospi brach zwischenzeitlich um mehr als zwölf Prozent ein – nachdem er am Dienstag bereits um elf Prozent abgesackt war. Die großen Chiphersteller Samsung und SK Hynix, die in den vergangenen Monaten wegen der Nachfrage nach Halbleitern im Zuge des KI-Booms einen steilen Aufstieg hingelegt hatten, stürzten jäh wieder ab.
Der Börsenkurs von SK Hynix brach am Mittwoch zeitweise um rund 18 Prozent ein – schon am Dienstag hatte die Aktie des Chipherstellers deutliche Kursverluste verzeichnet. Die Samsung-Aktie gab zeitweilig um mehr als zwölf Prozent nach. Der Kospi beendete den Handelstag später mit sechs Prozent im Minus, SK Hynix und Samsung halbierten ihre Verluste.
Zuvor hatte SK Hynix für den Zeitraum von April bis Juni einen rekordträchtigen Gewinnsprung von 1242 Prozent gemeldet. „Wegen des verschärften Wettbewerbs unter den Herstellern von Speicherchips und der Befürchtungen einer Überproduktion fallen die Aktien dieser Konzerne, und dieser Druck greift auch auf andere KI-bezogene Titel über“, erklärten Analysten von Tokai Tokyo Intelligence.
Spekulationsblase befürchtet
Weltweit blieb der Sektor angespannt – auch an der Wall Street in New York. XTB-Analystin Kathleen Brooks erklärte, die für den Aufbau einer KI-Infrastruktur notwendigen Summen stiegen immer weiter an, „was die Befürchtungen vor einer Spekulationsblase schürt“. Zudem schwinde die Geduld der Investoren mit Blick auf die Rentabilität dieser Investitionen.
Außerdem entwickle sich China zu einer Bedrohung für die US-Dominanz im KI-Sektor, fuhr Brooks fort. „Die chinesische Konkurrenz stellt einen weiteren Schlüsselfaktor für die Volatilität dar.“
In diesem Zusammenhang blicken Investoren vor allem auf die Quartalszahlen der US-Techriesen: Am Mittwoch gaben Microsoft und Meta ihre Ergebnisse bekannt, am Donnerstag folgen Apple und Amazon. Auch der südkoreanische Konzern Samsung veröffentlicht seine Quartalszahlen am Donnerstag.
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