Das Verkaufsverbot für Konzerttickets in den Touristen-Hotspots sorgt weiter für heftige Diskussionen, Mitarbeiter werden auf der Straße sogar beschimpft. Jetzt wehrt sich ein traditionsreiches Familienunternehmen gegen die Vorwürfe – und erhält überraschend prominente Rückendeckung
Seit mittlerweile 1. Juli ist der Verkauf von Konzertkarten durch die sogenannten „Mozartverkäufer“ in mehreren stark frequentierten Bereichen in der City durch die Stadt Wien untersagt. Medienwirksam wurde das Verbot mit Plakaten am Stephansplatz von Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) präsentiert.
Direkt davon betroffen ist auch Philipp Grünbacher, Geschäftsführer vom Wiener Mozart-Orchester. Er wehrt sich gegen die Kritik. Sein Familienbetrieb halte sich nämlich stets an alle behördlichen Vorgaben, wie er betont. Die Verkäufer seien zudem als einzige vollständig im Mozart-Kostüm mit Perücke unterwegs und verfügten über gültige Bewilligungen. Besonders die Schilder-Aktion der Stadt mit einem durchgestrichenen Mozartkopf habe dem Unternehmen geschadet. Mitarbeiter seien auf offener Straße beschimpft worden.
„Wir werden mit schwarzen Schafen in einen Topf geworfen“, kritisiert Grünbacher. Unterstützung kommt jetzt von Dompfarrer Toni Faber, der damals auch bei der Plakataktion der Stadt dabei war. In der „Krone“ entschuldigt er sich nun für den entstandenen Eindruck und betonte, Kritik müsse sich gegen unerlaubten Straßenverkauf richten – nicht gegen seriöse Anbieter.
Das Büro von Stadträtin Sima weist die Kritik vehement zurück. Die Beschwerden haben zugenommen und bei Schwerpunktkontrollen gab es verstärkt Verstöße. Man bekomme viele positive Rückmeldungen über die gesetzte Maßnahme. Es kann in ganz Wien, mit Ausnahme der Verbotszonen (Stephansplatz, Kärntner Straße, Herbert-von-Karajan-Platz und Graben) um Bewilligung angesucht werden, heißt es weiter. Aktuell würden acht Bewilligungen vorliegen, abgewiesen wurden fünf.


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