Die USA haben den Iran die neunte Nacht in Folge angegriffen. In der Straße von Hormuz ist offenbar ein Schiff fatal getroffen worden – und das Weiße Haus bereitet wohl eine Ausweitung des Krieges vor.
In der Straße von Hormuz steht laut der britischen Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) ein Schiff in Flammen. Der Vorfall habe sich acht Seemeilen (knapp 15 Kilometer) nordwestlich des omanischen Ortes Kumzar ereignet. Die Brandursache sei zunächst noch unklar.
Schiffen werde empfohlen, die Region mit Vorsicht zu durchfahren. Die iranischen Revolutionsgarden meldeten, zwei Öltanker seien auf der Südroute durch die Meerenge gesprengt worden.
Iran-Regime spricht von „Strafaktion“
Die Schiffe seien nun manövrierunfähig, teilten die Garden mit. Das US-Militär habe die Besatzungen aufgefordert, diese unsichere Passage zu nutzen. Solange die US-Aggression in der Region andauere, sei die Meerenge weder für den Transport von petrochemischen Produkten noch für „einen einzigen Tropfen Öl und Gas“ sicher.
Das US-Militär müsse sich auf eine „Strafaktion“ einstellen. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Vorfall zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zu Namen, Flaggen, Besatzungen oder möglichen Opfern machen die Garden keine Angaben.
Der Golfstaat Kuwait stand in der Nacht auf Montag weiter unter Beschuss. Die Luftverteidigung wehre „feindliche Drohnen“ aus dem Iran ab, teilte die Armee des Landes in der Nacht auf Montag auf der Plattform X mit. Auch im ebenfalls mit Washington verbündeten Bahrain heulten wieder Sirenen, gab das dortige Innenministerium bekannt. Die US-Botschaft in Bahrain warnte vor möglichen Angriffen des Iran in der Hauptstadt Manama.
USA bereiten Ausweitung des Krieges vor
Laut „Wall Street Journal“ verlegen die USA nun unter anderem Kampfflugzeuge vom Typ F-16 vom US-Flugplatz Spangdahlem in der Eifel in den Nahen Osten. Zudem würden F-35-Kampfflugzeuge von dem von den USA genutzten Stützpunkt RAF Lakenheath in Grossbritannien geschickt. Auch Tankflugzeuge befinden sich demnach auf dem Weg in die Region. Die „New York Times“ meldete dies ebenfalls unter Berufung auf US-Beamte.
Demnach war die Entscheidung bereits getroffen worden, bevor am Freitag laut dem US-Militär zum ersten Mal seit Monaten wieder zwei US-Soldaten durch iranischen Beschuss getötet wurden. Unterdessen meldete das US-Militär den Tod eines weiteren seiner Soldaten.
Er sei am Samstag im Nordirak bei einer kontrollierten Sprengung nicht detonierter Kampfmittel aus einer abgeschossenen iranischen Einwegdrohne ums Leben gekommen. Die offiziell bekannte Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten steigt damit auf 17.
Die „Washington Post“ zitierte einen namentlich nicht genannten US-Beamten mit der Aussage, dass sich die USA auf einen umfassenderen Krieg vorbereiteten. Der Beamte hob demnach jedoch auch hervor, dass unter anderem schwindende Waffenvorräte der USA einer Ausweitung des militärischen Vorgehens im Iran Grenzen setzen würden. „Wir haben nicht genug, um die Einsätze sicher aufrechtzuerhalten, und ich glaube nicht, dass sich das Weiße Haus dessen bewusst ist“, zitierte die Zeitung den Beamten.
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