Autofahrer atmen auf

Spritpreise wieder fast auf Niveau vor Irankrieg

Wirtschaft
22.06.2026 19:46

Der Trend am Zapfhahn zeigt aktuell klar nach unten – und damit in Richtung günstigerer Tankrechnungen. Die Annäherung zwischen dem Iran und den USA sorgt für Entspannung bei den Händlern und lässt die Rohöl- und Spritpreise sinken. Doch die Mobilitätsclubs kritisieren das Tempo.

Die Fahrt zur Tankstelle dürfte für viele Autofahrer wieder etwas günstiger werden. Nach den starken Preisanstiegen infolge des Iran-Kriegs sinken die Spritpreise in Österreich wieder und nähern sich dem Niveau vor Ausbruch des Iran-Konflikts an.

Am Sonntag kostete Superbenzin im bundesweiten Durchschnitt 1,614 Euro pro Liter, Diesel lag bei 1,685 Euro je Liter. Das zeigen aktuelle Daten der Regulierungsbehörde E-Control. In der Woche vor Beginn des Nahost-Kriegs im Februar lagen die Preise noch bei rund 1,52 Euro für Benzin und 1,57 Euro für Diesel. Am Höhepunkt der Preisrallye Ende März stiegen die österreichweiten Preise im Mittel hingegen auf rund 1,9 Euro beziehungsweise 2,2 Euro je Liter.

Das Liniendiagramm zeigt die Entwicklung der Medianpreise für Diesel und Superbenzin in Euro pro Liter von Jänner bis Juni 2026. Die Preise steigen im März deutlich an und erreichen im April ihren höchsten Wert. Am 21. Juni liegen die Preise bei 1,685 Euro für Diesel und 1,614 Euro für Superbenzin. Quelle: E-Control.

Auslöser für die jüngste Entspannung sind die laufenden Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran. Beide Seiten haben sich auf einen Fahrplan für ein dauerhaftes Friedensabkommen verständigt. Die Vermittlerstaaten Katar und Pakistan erklärten, innerhalb von 60 Tagen ein finales Abkommen erreichen zu wollen. Zudem wurde ein direkter Gesprächskanal eingerichtet, um Zwischenfälle in der Straße von Hormuz zu vermeiden. Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Transportrouten für Rohöl weltweit. Die Sorge vor einer möglichen Blockade hatte die Märkte in den vergangenen Monaten massiv verunsichert und den Ölpreis zeitweise auf dreistellige US-Dollar-Preise pro Barrel getrieben.

Ölpreis nun wieder bei 78 US-Dollar 
Mit den Fortschritten bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat sich die Lage am Ölmarkt nun deutlich beruhigt. Der Preis für ein Barrel der Referenzsorte Brent lag vor Kriegsbeginn bei rund 72 US-Dollar, stieg während des Konflikts auf etwa 120 US-Dollar und ist am Montag wieder auf etwa 78 US-Dollar (rund 68 Euro) gefallen. Gegenüber dem Höchststand entspricht das einem Rückgang von rund 35 Prozent.

Die sinkenden Rohölpreise kommen inzwischen auch an den Tankstellen an, wenn auch nach Ansicht der Mobilitätsclubs bislang nicht ausreichend. Der ÖAMTC kritisiert beispielsweise, dass die Mineralölkonzerne Preiserhöhungen meist rasch weitergeben, Preissenkungen jedoch deutlich langsamer bei den Konsumenten ankommen: „Zwar hat man in den vergangenen Wochen deutliche Preisrückgänge an den Zapfsäulen gesehen, gleichzeitig sind aber weiterhin deutlich höhere Aufschläge je Liter Kraftstoff auf den Liter Erdöl im Vergleich zur Zeit vor dem Iran-Krieg zu beobachten.“ Der ÖAMTC fordert schon seit Längerem eine Untersuchung und stärkere Reglementierung der internationalen Preisnotierungen für Diesel und Superbenzin.

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