Walter Ruck ist politisch ein kleines Licht. Außerhalb einer speziellen Szene verschwitzter Männerbündler war der Präsident der Wiener Wirtschaftskammer bisher kaum jemandem ein Begriff.
Das ändert sich jetzt. Ruck wird man in Erinnerung behalten. Als Vertreter eines ungustiösen Systems, in dem man mit seinen Haberern bei Stelzen, Rotwein und Zigarren verächtlich über Frauen redet, Jobs für Parteifreunde, Funktionen für Verwandte auspackelt und nebenbei die Ehrung einer 1935 aus Wien vertriebenen jüdischen Politikerin vereitelt.
Diese Grauslichkeiten mögen rechtlich vielleicht durchgehen. Sie untergraben allerdings einmal mehr das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit des Staats und seiner Institutionen. Beklemmend auch, wie Bundeskanzler und ÖVP-Chef Christian Stocker über das Verhalten seines Parteifreundes Ruck schweigt und als ganz listiger Anwalt nur sagt, dass er dazu keine Meinung sagen will.
Um keinen Deut besser verhält sich in dieser Angelegenheit der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig. Der enge Du-Freund von Walter Ruck tut so, als ginge ihn das alles nichts an. Kann man machen, wenn man glaubt, dass ohnehin schon alles egal ist und vergessen wird.
Es gäbe aber anständigere Wege. Niemand erwartet, dass man seine Freunde fallen lässt. Nicht einmal solche wie Walter Ruck. Aber man kann für Freunde menschlich da sein und zugleich wissen, für wen und wie man die vom Wähler verliehene Macht zu nutzen hat.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.