Dutzende Anzeigen

Nächste Razzia gegen Poser-Szene in Wiener City

Wien
19.07.2026 13:51
Porträt von krone.at
Von krone.at

Protzen, posen – und den Anrainern die Nerven rauben. Nach wie vor hält die Poser-Szene in der Wiener Innenstadt Bewohner, aber auch Polizei auf Trab. Der Geduldsfaden der Anrainer ist längst gerissen, sie versuchen bereits auf eigene Faust, ihre Gassen wieder zurückzugewinnen. Am Freitagabend rückte einmal mehr die Polizei zur Schwerpunktkontrolle an. Bis weit in die Nacht hinein hagelte es Anzeigen. 

Insgesamt 116 Fahrzeuge wurden von der Polizei genauestens unter die Lupe genommen: 65 Taxis, 46 private Pkw sowie fünf E-Scooter. Die umfangreichen Überprüfungen führten zu einer beachtlichen Anzahl an rechtlichen Konsequenzen für die betroffenen Lenker. So wurden insgesamt 81 Anzeigen nach verschiedenen Gesetzen erstattet. Zusätzlich kam es zur Ausstellung und direkten Einhebung von 78 Organmandaten.

Geldstrafen von 1150 Euro
Für drei der kontrollierten Lenker hatte ihr Verhalten ernstere Folgen: Sie wurden von einem Schnellrichter zur Rechenschaft gezogen, der Geldstrafen in einer Gesamthöhe von insgesamt 1150 Euro verhängte. Ein wichtiger Teil der Kontrollen war auch die Überprüfung der Fahrtüchtigkeit. 

32 schwere Mängel festgestellt
Der technische Zustand einiger Fahrzeuge ließ zudem massiv zu wünschen übrig. Zehn Autos wurden zur Landesfahrzeugprüfstelle gebracht, wo Sachverständige insgesamt 32 schwere Mängel feststellten.

Abseits der Verkehrssicherheit wurden auch andere Vergehen aufgedeckt. Es erfolgten zwei Anzeigen nach der Gewerbeordnung, drei nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz (ALVG) und eine nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG). Zudem wurde ein Fall von Sozialleistungsbetrug (SOLBE) zur Anzeige gebracht.

Anrainer auf der Straße, Nachtfahrverbot gefordert
Bereits mehrmals waren entnervte Anwohner der Wiener Innenstadt in den vergangenen Wochen gegen die nächtlichen Blechkolonnen auf die Straße gegangen – für Proteste, aber auch, um die Route der Protzer zu blockieren. Trotz verstärkter Polizeikontrollen, wie etwa auch an diesem Wochenende, bleibt die Lage unverändert – jetzt wird ein echtes Nachtfahrverbot gefordert.

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