Etwas auf dem Kerbholz zu haben, war nicht immer negativ; der Stegreif war etwas anderes, als man mittlerweile meinen würde; den Pranger gibt es aber heute noch, wenn auch online: Wir schauen auf Redewendungen aus dem Mittelalter hin, bevor in Friesach das Spectaculum gefeiert wird.
Nicht aus dem Stegreif berichtet die Verfasserin dieses Berichtes über Redewendungen, die seit dem Mittelalter gebräuchlich sind, sondern nach ausführlicher Recherche bei einer Expertin. „Aus dem Stegreif meint heute ja eine spontane Handlung. Es wurzelt im mittelhochdeutschen Wort stīgan für steigen und bezieht sich auf die früheren Steigbügel am Pferdesattel: Wer nicht absteigen musste, sondern in den Seilschlaufen, in diesem Steg-Reif bleiben konnte, um etwas zu tun, machte dies aus dem Stegreif“, erklärt Carmen Heller. Die studierte Historikerin und Germanistin hat eine Vorliebe für das Mittelalter, führt Gruppen meist in Althofen und im Gurktal und vor allem in der Burgenstadt Friesach, wo sie mittlerweile auch lebt.
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