Berühmter Wald brennt
Flammeninferno sorgt für Ausnahmezustand vor Paris
Nur rund 50 Kilometer südlich von Paris stehen weite Teile des berühmten Waldes von Fontainebleau in Flammen. Das Feuer hat bereits rund 800 Hektar Wald zerstört, den Reiseverkehr massiv beeinträchtigt und einen Großeinsatz mit Hunderten Feuerwehrleuten ausgelöst. Erstmals wurden sogar Löschflugzeuge aus Südfrankreich in den Großraum Paris verlegt, um das Inferno einzudämmen.
Der Wald von Fontainebleau zählt zu den wichtigsten Naherholungsgebieten der französischen Hauptstadt. Nach Angaben der Behörden sind mittlerweile rund fünf Prozent der gesamten Waldfläche abgebrannt. Die riesigen Rauchwolken waren bis zu 20 Kilometer weit sichtbar.
Besonders spektakulär verlief der Einsatz der beiden Löschflugzeuge vom Typ Canadair: Sie schöpften ihr Löschwasser im Tiefflug direkt aus der Seine. Zusätzlich waren Löschhubschrauber, ein Beobachtungsflugzeug sowie bereits seit Sonntag zwei Dash-Flugzeuge im Einsatz, die Brandhemmer über dem betroffenen Gebiet abwarfen. Insgesamt sollten bis zu 500 Feuerwehrleute gegen die Flammen kämpfen. Landwirte aus der Region unterstützten die Einsatzkräfte mit Traktoren und Wassertanks.
Evakuierungen und Verkehrschaos
Nach Behördenangaben wurden rund 200 Menschen in Sicherheit gebracht. Weitere Berichte sprechen von der Evakuierung von rund 900 Häusern beziehungsweise Wohngebäuden in der Region. Verletzt wurde bislang niemand, Wohnhäuser wurden nach aktuellem Stand ebenfalls nicht von den Flammen erfasst.
Der Brand sorgte auch für erhebliche Verkehrsprobleme. Die Autobahn A6, eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Frankreichs, musste wegen des dichten Rauchs zeitweise gesperrt werden. Zudem kam es durch beschädigte Bahnkabel zu massiven Einschränkungen im Zugverkehr. Reisende mussten am ersten Ferienwochenende des Landes teils Verspätungen von bis zu acht Stunden hinnehmen, ehe sich die Lage am Montag allmählich entspannte.
Macron: „Alle verfügbaren Mittel sind im Einsatz“
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach auf X von einem Brand „ungewöhnlichen Ausmaßes“ im Wald von Fontainebleau. „Alle verfügbaren Mittel sind im Einsatz“, erklärte er.
Auch Bürgermeister Julien Gondard zeigte sich erschüttert. Das außergewöhnliche Gebiet werde von den Flammen verschlungen, etwas Vergleichbares habe man dort noch nie erlebt. Der Wald sei äußerst empfindlich und befinde sich in einem kritischen Zustand.
Einsatzleiter Olivier Compta betonte, ohne die Löschflugzeuge hätten weitere Orte evakuiert werden müssen. Der Vizebürgermeister der Gemeinde Vaudoué, Didier Buguinet, sagte, ein derartiges Ereignis habe es dort noch nie gegeben, und man werde um den Wald trauern.
Hitzewellen, Waldbrände und Klimawandel
Der menschengemachte Klimawandel erhöht nach Einschätzung der Wissenschaft die Wahrscheinlichkeit und Intensität von Hitzewellen. Dadurch trocknen Böden und Vegetation stärker aus, was die Ausbreitung von Waldbränden begünstigt. Die Forschungsgruppe World Weather Attribution kam etwa zu dem Schluss, dass die Hitzewellen in Europa im Juni ohne den Klimawandel praktisch unmöglich gewesen wären.
Polizei prüft mögliche Brandstiftung
Innenminister Laurent Nuñez schloss Brandstiftung nicht aus. Nach seinen Angaben brach das Feuer am Sonntagnachmittag an etwa zehn Stellen innerhalb eines Umkreises von rund einem Kilometer aus. Dies könne auf eine vorsätzliche Entstehung hindeuten, betonte er. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen.
Der Minister erklärte außerdem, dass in Frankreich heuer bereits rund 32.000 Hektar Land durch Waldbrände zerstört worden seien – mehr als während der gesamten Waldbrandsaison 2025. Seit Beginn des Sommers seien landesweit zudem 44 Menschen wegen des Verdachts festgenommen worden, Brände verursacht zu haben.
Nach Einschätzung der Einsatzkräfte könnte der Brand zwar noch am Montag unter Kontrolle gebracht werden. Bis sämtliche Glutnester gelöscht sind, dürften jedoch noch mehrere Tage oder sogar Wochen vergehen.
Dritte Hitzewelle in diesem Jahr
Frankreich erlebt derzeit bereits die dritte Hitzewelle des Jahres. Die anhaltende Trockenheit hat Böden und Vegetation in weiten Teilen des Landes stark ausgetrocknet. In 42 der 101 Départements gilt derzeit die höchste Dürrewarnstufe. Auch die Region um Paris steht weiterhin unter der höchsten Hitzewarnstufe.












Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.