„Förderlotterie“

Frust an PV-Fördersystem: Topf nach Sekunden leer

Wirtschaft
13.07.2026 22:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Interessenvertreter der PV-Branche zeigen sich angesichts des rasch ausgeschöpften Fördertopfs für Photovoltaikanlagen verärgert. Bereits nach 33 Sekunden waren die verfügbaren Mittel vergeben. Was sie nun von Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner fordern und wie es für jene weitergeht, die keine Förderung erhalten haben.

Der jüngste bundesweite Fördercall für Photovoltaikanlagen hat für viel Ärger gesorgt. Von insgesamt rund 28.000 eingereichten Anträgen erhielten lediglich knapp 3.000 eine Förderung. Die dafür vorgesehenen Mittel waren bereits nach 33 Sekunden ausgeschöpft.

„Förderung nach einer halben Minute Geschichte“
Der Bundesbranchenverband Photovoltaic Austria (PV Austria) spricht deshalb von einer „Förderungslotterie“ und fordert eine Überarbeitung des aktuellen Fördersystems für Investitionszuschüsse zu Photovoltaikanlagen auf Bundesebene. Auch die Bundesinnung der Elekrotechniker der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) übt Kritik. Bundesinnungsmeister Christian Bräuer erklärt dazu am Montag: „Was wir brauchen, sind planbare und faire Rahmenbedingungen – keine Förderung, die nach einer halben Minute Geschichte ist.“

Fördercall

Ist eine zeitlich befristete Ausschreibung für Investitionszuschüsse oder Fördergelder. In der Regel müssen sich Antragsteller innerhalb dieses definierten Zeitfensters bewerben, wobei die Vergabe entweder nach dem Prioritätsprinzip oder anhand von Bewertungskriterien erfolgt.

Das aktuelle System sorge demnach für Verärgerung und Unsicherheit, außerdem würde die planbare Umsetzung von Photovoltaikprojekten gefährdet. Bräuer fordert deshalb einen grundlegenden Systemwechsel hin zu einem dauerhaft planbaren Fördermodell. Auch die FPÖ kritisiert die aktuelle Vergabepraxis. Die Oppositionspartei spricht von einem „Totalversagen“ der PV-Förderung und verlangt ebenfalls ein neues System mit fairen Wettbewerbsmechanismen. Kritik an der Ausgestaltung der Fördercalls gibt es bereits seit längerer Zeit. Schon bei früheren Förderrunden waren die verfügbaren Mittel innerhalb kürzester Zeit vergeben.

Nächster Fördercall im Oktober
Beim zweiten Fördercall für Investitionszuschüsse wurden laut der EAG-Abwicklungsstelle fast 28.000 Anträge eingereicht. Aufgrund der deutlich geringeren Fördermittel konnten jedoch nur knapp 3.000 Anträge bewilligt werden. Nicht berücksichtigte Projekte können beim nächsten Fördercall im Oktober 2026 erneut eingereicht werden. Darüber hinaus stehen verschiedene Förderprogramme auf Landesebene zur Verfügung.

Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) stellte unterdessen Änderungen am Fördersystem in Aussicht. Eine Novelle des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) sowie des Ökostromgesetzes (ÖSG) befinde sich derzeit in Abstimmung innerhalb der Koalition und solle so rasch wie möglich in Begutachtung gehen. Geplant seien unter anderem eine stärkere Ausrichtung der Förderung auf Speicher, Eigenverbrauch und Netzdienlichkeit, mehr Flexibilität beim Einsatz der Fördermittel, klare Regelungen bei negativen Strompreisen, eine niedrigere maximale Förderintensität für Photovoltaikanlagen sowie eine Made-in-Europe-Pflicht für Wechselrichter.

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