Kurz nach Bestellung

8000 Euro Gehaltsplus für WKÖ-Spartenchefin

Wirtschaft
13.07.2026 19:06

Die Wirtschaftskammer steht wegen üppiger Gehälter in der Kritik des Rechnungshofs. Eine Erhöhung sticht besonders ins Auge: Banken-Spartenchefin Eva Landrichtinger erhielt laut „Presse“ nur einen Monat nach ihrer Bestellung ein Plus von 8000 Euro brutto – wegen „besonders guter Leistungen“. Ursprünglich hätte das automatisch passieren sollen, doch die Gehaltserhöhung für alle um 4,2 Prozent kam bekanntlich nicht.

Die 33-jährige Eva Landrichtinger verschlug es nach ihrer Zeit in der Politik in die Wirtschaftskammer. Dort übernahm sie im November 2025 als Geschäftsführerin die Bundessparte Banken. Es ist nicht die erste Top-Position in einem schwarz dominierten Karriere-Umfeld. Zuvor war sie etwa Kabinettschefin und Generalsekretärin im ÖVP-geführten Arbeits- und Wirtschaftsministerium.

Nach einem Monat „besonders gute Leistungen“
Gleich einen Monat nach der Bestellung zur Geschäftsführerin bekam sie laut „Presse“ eine Gehaltserhöhung, das fiel auch dem Rechnungshof auf: „Anfang Dezember 2025 – und damit rund einen Monat nach Beginn der Beschäftigung – erhielt die Person eine außerordentliche Höherreihung, weil ihr im Zuge der Gehaltsverhandlungen ein Jahresbruttogehalt von rund 160.000 Euro mündlich zugesagt worden war (...).“ Am Ende kam ein Jahresbrutto von 163.000 Euro heraus, das sind monatlich rund 11.650 Euro. 

Die Gagen in der Wirtschaftskammer stehen in der Kritik.
Die Gagen in der Wirtschaftskammer stehen in der Kritik.(Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)

Die Kammer begründete das mit „besonders guten Leistungen“, die eine außerordentliche Höherreihung rechtfertigen. Inwieweit diese vorliegen, sei aber nicht dokumentiert, kritisiert der Rechnungshof.

Rücknahme von 4,2 Prozent Erhöhung umgangen
Eigentlich hätte das Gehaltsplus auf über 160.000 Euro ohne großes Aufsehen passieren sollen. Ursprünglich wollte die Wirtschaftskammer ja die Gehälter aller Mitarbeiter – auch der Geschäftsführer – um 4,2 Prozent anheben. Nach einer riesigen Welle der Kritik ruderte die Kammer aber zurück und so kam die vereinbarte Summe von 160.000 Euro brutto pro Jahr nicht ohne Zutun zustande. Die Kammer gönnte Landrichtinger das Plus aber trotzdem – eben über einen kleinen Umweg, so schauten sogar mehr als 4,2 Prozent heraus.

Aufsichtsratsmandat vergessen
Und noch etwas kritisiert der Rechnungshof: Landrichtinger gab an, keine Aufsichtsratsmandate auszuüben. Tatsächlich sitze sie aber dem Gremium der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft vor. Das steht auch nicht im Widerspruch, doch der Rechnungshof bemängelt, dass es nicht transparent ausgewiesen wurde, das passierte erst später.

Im Vergleich zu ihrer vorigen Tätigkeit als Generalsekretärin im Wirtschaftsministerium lässt sich übrigens kein Gehaltssprung festmachen, im Gegenteil. Dort verdient man aktuell nämlich über 200.000 Euro brutto pro Jahr.

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