Zwei Brüder sind tot

Chef von ukrainischer Elite-Brigade festgenommen

Ausland
13.07.2026 18:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Kommandeur der teilweise in Frankreich ausgebildeten ukrainischen Brigade „Anna von Kiew“ ist im Rahmen von Mordermittlungen festgenommen worden. Er soll die Tötung eines Brüderpaares in Auftrag gegeben haben, das offenbar seine Ehefrau beleidigt hatte. 

Die bemerkenswerte Festnahme teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Besuch in der französischen Hauptstadt Paris mit, wo am Montag etwa zwei Dutzend Staats- und Regierungschefs über die weitere Unterstützung der Ukraine beraten.

Der Befehlshaber der Einheit, Stanislaw Lutschanow, wird nach Angaben der ukrainischen Polizei verdächtigt, in die Entführung und Ermordung zweier Brüder im vergangenen Juni verwickelt zu sein, deren Leichen vergangene Woche entdeckt wurden. Sie hatten ukrainischen Medienberichten zufolge Lutschanows Ehefrau beleidigt. Weitere Einzelheiten nannten die Beamten zunächst nicht.

Innenminister spricht von „Gangster-Methoden“
Die ukrainische Armeeführung hatte am Samstag erklärt, Lutschanow sei vom Dienst suspendiert worden, nachdem er sich unerlaubt von seiner Einheit entfernt habe. Innenminister Ihor Klymenko erklärte wiederum in Onlinediensten, es sei inakzeptabel, „Konflikte mit Methoden nach Gangster-Art“ zu lösen.

Selenskyj zufolge wurden insgesamt zehn Menschen im Zusammenhang mit der Tötung der Brüder festgenommen. „Unter ihnen befinden sich Militärangehörige und der ehemalige Kommandeur der 155. Brigade.“

Die Einheit wurde auf Initiative von Macron gegründet
Die Brigade wurde 2024 auf Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron gegründet und ist nach einer Prinzessin aus Kiew benannt, die im Mittelalter einen französischen König heiratete. Hunderte Soldaten der Einheit wurden teilweise in Frankreich ausgebildet.

Eigentlich sollte sie ein Aushängeschild der ukrainischen Armee und der französisch-ukrainischen Zusammenarbeit sein. Doch schon im vergangenen Jahr wurde sie von mehreren Skandalen erschüttert. So hatte es Berichte über „organisatorisches Chaos“ und Ausrüstungsmängel bei der Brigade gegeben. Zudem sollen mehr als 1500 Soldaten aus der Einheit geflohen sein – die meisten von ihnen, bevor sie an die Front geschickt wurden.

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