Karte warnt vor Feuer
Millionen Urlauber reisen jetzt in die Brandgefahr
Das Inferno in Spanien mit zwölf Todesopfern erschüttert Europa. Gleichzeitig zieht es Millionen Urlauber in den Süden. Ausgerechnet jetzt steigt in zahlreichen beliebten Ferienregionen die Waldbrandgefahr auf ein besonders hohes Niveau. Eine Karte zeigt, wo Urlauber besonders aufpassen müssen.
Mindestens zwölf Menschen sind bei einem verheerenden Waldbrand in der spanischen Provinz Almería ums Leben gekommen, 23 weitere werden noch vermisst. Unter den Opfern befinden sich überwiegend ausländische Staatsangehörige, darunter vermutlich auch mehrere Briten. Viele lebten in der beliebten Küstenregion oder machten dort Urlaub. Nach bisherigen Ermittlungen könnte eine herabgestürzte Stromleitung das Feuer ausgelöst haben. Offiziell bestätigt ist die Ursache aber noch nicht.
Millionen Urlauber jetzt besonders betroffen
Experten sprechen derzeit von einer gefährlichen Mischung aus Temperaturen von teils deutlich mehr als 40 Grad, starken trockenen Winden und völlig ausgedörrter Vegetation. Nach einem regenreichen Winter ist zudem besonders viel Busch- und Grasbewuchs vorhanden, der inzwischen ausgetrocknet ist und den Flammen als zusätzlicher Brennstoff dient.
Ausgerechnet jetzt beginnen in vielen europäischen Ländern die Sommerferien. Millionen Reisende zieht es an Strände und Ferienorte, die derzeit als Hochrisikogebiete gelten. Behörden raten Urlaubern dringend, Warn-Apps zu aktivieren, Evakuierungsanweisungen sofort zu befolgen, auf Grillen und offenes Feuer zu verzichten sowie Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras abzustellen. Mehrere Todesopfer in Spanien sollen versucht haben, entgegen den Anweisungen selbst zu flüchten.
Die Risikobeurteilung stammt vom Europäischen Waldbrand-Informationssystem (EFFIS). Dabei werden unter anderem Vegetation, Sonneneinstrahlung und Wetterdaten ausgewertet. Die Einstufung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass es tatsächlich zu einem Brand kommt. Ebenso können auch Regionen mit niedrigerem Risiko betroffen sein.
- Spanien
Besonders gefährdet sind derzeit Andalusien, Katalonien und die Region Valencia. Auch Barcelona liegt in einer Hochrisikozone. Rund um Madrid wird das Waldbrandrisiko sogar noch höher eingeschätzt. Der Brand bei Almería zeigt, wie schnell sich die Lage verschärfen kann.
- Portugal
In fast ganz Portugal besteht derzeit eine hohe Waldbrandgefahr. Besonders betroffen sind die Regionen nördlich von Lissabon. In der Algarve ist das Risiko etwas geringer, steigt rund um Faro und Lagos jedoch wieder deutlich an.
- Frankreich
In Frankreich ist die Lage etwas entspannter als in Spanien oder Portugal, dennoch gilt erhöhte Vorsicht. Besonders entlang der Mittelmeerküste rund um Nizza besteht ein erhöhtes Risiko. Auch die Region um Paris ist stärker gefährdet. Deutlich günstiger ist die Lage derzeit in der Bretagne und der Normandie.
- Italien
Fast das gesamte Land weist aktuell eine hohe Waldbrandgefahr auf. Besonders betroffen sind Sizilien, Sardinien, Kalabrien und Apulien. Auch beliebte Urlaubsziele wie Palermo, Cagliari und Salerno zählen zu den Hotspots. Vergleichsweise geringer ist das Risiko derzeit rund um Venedig.
- Kroatien
Auch Kroatien zählt zu den besonders gefährdeten Urlaubsländern. Split liegt mitten in einer Hochrisikozone. Im Landesinneren ist die Region rund um Zagreb laut EFFIS sogar besonders brandgefährdet. Auch entlang der dalmatinischen Küste laufen erhöhte Sicherheitsmaßnahmen.
- Griechenland
Rund um Athen ist die Waldbrandgefahr derzeit am größten. Besonders betroffen sind außerdem der Peloponnes sowie zahlreiche Inseln, darunter auch Kreta. Im Norden des Landes, vor allem in Makedonien, wird das Risiko etwas niedriger eingeschätzt.
So schützen sich Urlauber im Ernstfall
Wer in den kommenden Wochen nach Südeuropa reist, sollte die Waldbrandgefahr also keinesfalls unterschätzen. Behörden empfehlen, Warn-Apps auf dem Smartphone zu aktivieren und sich regelmäßig über die aktuelle Lage zu informieren. Wer sich in einem betroffenen Gebiet aufhält, sollte Fluchtwege und Sammelpunkte kennen und wichtige Dokumente jederzeit griffbereit haben.
Besonders wichtig: Evakuierungsanweisungen müssen sofort befolgt werden. Experten warnen davor, die Gefahr zu unterschätzen oder auf eigene Faust flüchten zu wollen. Mehrere der Todesopfer in Spanien kamen nach bisherigen Erkenntnissen offenbar ums Leben, weil sie entgegen den Anweisungen selbst zu entkommen versuchten. Bei rasch ziehenden Waldbränden können sich Flammen mit Hilfe des Windes innerhalb weniger Minuten über große Flächen ausbreiten.
Ebenso gilt: Kein offenes Feuer entzünden, nicht grillen und keine Zigaretten achtlos wegwerfen. Auch Fahrzeuge sollten niemals auf trockenem Gras oder Gestrüpp abgestellt werden, weil heiße Fahrzeugteile einen Brand auslösen können. Wer Rauch oder Flammen bemerkt, sollte umgehend die Einsatzkräfte verständigen und das Gebiet rasch verlassen.
Waldbrandsaison wird immer extremer
Klimaforscher warnen seit Jahren, dass Europa der sich am schnellsten erwärmende Kontinent der Welt ist. Hitzewellen treten häufiger und intensiver auf, Trockenperioden dauern länger und die Waldbrandsaison beginnt immer früher. Gleichzeitig sorgt nach regenreichen Wintern ausgetrockneter Busch- und Grasbewuchs für zusätzlichen Brennstoff, wodurch sich Feuer explosionsartig ausbreiten können.












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