Mo, 24. September 2018

Europol warnt:

29.09.2014 11:30

Internetkriminalität wird immer größeres Problem

Internetkriminalität wird zu einem immer größeren Problem. "Trends deuten auf einen beträchtlichen Anstieg im Umfang, in der Verfeinerung, in Anzahl und Arten der Angriffe, Zahlen der Opfer und wirtschaftlichen Schaden", heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht des Cybercrime-Zentrums der EU-Polizeibehörde Europol.

Es gebe zwar keine zuverlässigen Zahlen, doch "im Allgemeinen nimmt Cyberkriminalität in Umfang und Auswirkung zu", heißt es darin. Zwei wichtige Faktoren würden dies unterstreichen: Zum einen entwickle sich die Internetkriminalität immer mehr zu einem serviceorientierten "Businessmodell" innerhalb der kriminellen Szene. So würden etwa traditionelle Mafiagruppen diese Dienste für ihre Zwecke zukaufen. Zum anderen könnten Cyberkriminelle Anonymisierung, Verschlüsselung und virtuelle Währungen immer stärker für ihre Zwecke missbrauchen.

Drogen, Waffen, Kinderpornografie und mehr
Sogenannte "Darknets" - die verborgenen Seiten des Internets - würden missbraucht für den illegalen Handel von Drogen, Waffen, Diebesgut, gestohlenen ID- und Zahlungskarten, gefälschten Dokumenten und Kinderpornografie, heißt es in dem Report weiter. Dabei würden die Kriminellen vorrangig in Ländern außerhalb der rechtlichen Zuständigkeit der EU operieren, was ihnen erlaube, ihre Verbrechen mit einem minimalen Risiko durchzuführen.

Breitere Angriffsfläche durch zunehmende Vernetzung
Weltweit haben nach Schätzungen von Europol etwa 2,8 Milliarden Menschen Zugang zum Internet. Das Aufkommen eines "Internets der Dinge", in dem immer mehr Endgeräte online verbunden sind, "schafft eine breitere Angriffsfläche", warnt die EU-Polizeibehörde. Durch die weitere Verbreitung des Internets auch über mobile Endgeräte seien in Zukunft noch mehr Attacken aus bisher schlecht angebundenen Gebieten zu erwarten. Die Sicherheit am Ende der Verbindung werde damit immer wichtiger.

EU bleibt "Hauptziel" für Cyberkriminelle
"Die EU wird ein Hauptziel für Cyberkriminalität bleiben, wegen ihres relativen Reichtums, des hohen Grads der Internetdurchdringung, ihrer fortgeschrittenen Internetinfrastruktur sowie immer stärker vom Internet abhängigen Wirtschaften und Zahlungssystemen", heißt es in dem Bericht.

Politik gefordert
Der Report enthält keine länderspezifischen Daten, gibt aber allgemeine Empfehlungen an die Politik: So müsse die Exekutive ihre Kapazitäten stärken, um Ermittlungen, Analysen von " Big Data" und die kriminaltechnische Auswertung des "Internets der Dinge" durchführen zu können. Zudem müsse sie verstehen lernen, wie virtuelle Währungen funktionierten, die zur Geldwäsche missbraucht würden, und mit der Industrie vermehrt Bewusstseinskampagnen über Cyber-Bedrohungen durchführen.

Innerhalb der EU empfiehlt Europol eine stärkere Harmonisierung der entsprechenden Gesetzgebung, mit Staaten außerhalb der EU sollte diese Kooperationen suchen. Der wirtschaftliche Sparkurs der EU-Staaten habe die zuständigen Behörden zusätzlich daran gehindert, sich rasch an die "neuen Realitäten" anzupassen, beklagt Europol.

"Fast jeder kann Cyberkrimineller werden"
"Heutzutage kann fast jeder ein Cyberkrimineller werden", sagte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström: "Dies setzt die Exekutivbehörden immer stärker unter Druck, um mithalten zu können. Wir müssen unser neues Wissen darüber einsetzen, wie das organisierte Verbrechen online arbeitet, um mehr grenzüberschreitende Operationen durchführen zu können. Wir müssen sicherstellen, dass Ermittlungen zu Kreditkartenbetrug und Online-Missbrauch von Kindern nicht an nationalen Grenzen aufhören."

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