Nachdem US-Präsident Donald Trump die Feuerpause für beendet erklärt hat, sind die USA zum zweiten Mal binnen 24 Stunden Angriffe auf den Iran geflogen. „Was mich betrifft, ist die Waffenruhe vorbei“, sagte Trump beim NATO-Gipfel in der Türkei und kündigte dem Iran „eine harte Nacht“ an. Und: Sollte dieser zurückschlagen, so werde es „viel schlimmer werden“. Der Iran bestätigte die Angriffswelle.
Am Mittwochabend startete das US-Militär eine weitere Welle von Angriffen. Es gehe darum, die Fähigkeiten des Irans „weiter zu schwächen, die die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormuz bedrohen würden“, teilte das Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Der Iran sei „für die jüngste ungerechtfertigte Aggression gegen kommerzielle Schifffahrt und zivile Besatzungen verantwortlich“, hieß es in dem Posting weiter.
Iran bestätigt Angriffswelle
Die iranische Luftabwehr bekämpfte nahe der Stadt Bandar Abbas feindliche Ziele, wie die iranische Nachrichtenagentur Mehr meldet. Außerdem seien in der Nähe von Konarak und Chabahar Explosionen zu hören gewesen. Weitere Detonationen wurden aus der Hafenstadt Buschehr und von der Insel Abu Musa im Persischen Golf gemeldet. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna in der Nacht meldete, wurden auch Gebäude am Flughafen der Stadt Iranschahr von Geschossen beschädigt. Ein Feuerwehrmann sei getötet worden, hieß es.
Der Golfstaat Kuwait geriet laut örtlichen Armeeangaben in der zweiten Nacht in Folge unter Beschuss. Die Luftabwehr wehre feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab, teilte die Armee des mit den USA verbündeten Landes auf der Plattform X mit. Auch in Bahrain heulten wie in der Nacht zuvor wieder die Sirenen. Die Bevölkerung solle sich in Sicherheit bringen und ruhig verhalten, teilte das Innenministerium des Inselstaats im Persischen Golf mit. Bahrain und Kuwait waren wie auch andere Golfstaaten schon mehrfach unter iranischen Beschuss geraten. Sie beherbergen US-Militärbasen, die nur wenige Hundert Kilometer vom Iran entfernt liegen.
„Rache für Bombardement von Schiffen“
Der US-Präsident hatte die neuen Angriffe angeordnet und postete auf seiner Plattform Truth Social nach der erneuten Welle und seiner Rückkehr aus der Türkei auch mehrere Videos und Bilder – wobei mindestens eines im Jahr 2025 aufgenommen worden war. Dazu schrieb er: „Das ist die Rache für das gestrige Bombardement von Schiffen durch den Iran. Wenn das wieder passiert, wird es viel schlimmer werden!“
„Sie verletzen das Abkommen jeden Tag. Sie stimmen allem zu und dann geben sie eine Pressekonferenz und sagen, wir hätten nicht einmal darüber geredet“, hatte Trump zuvor mit Blick auf die Mullahs gesagt. Die Anführer in Teheran würden sich „sehr schlecht benehmen“. Sich mit ihnen abzugeben, sei „reine Zeitverschwendung“. Dennoch werde er mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner über die Verhandlungen mit Teheran sprechen. Sie dürften weiterverhandeln, wenn sie wollten.
Klar müsse dem Iran allerdings sein: „Jedes Mal, wenn sie uns treffen, schlagen wir 20-mal härter zurück.“
Hier sehen Sie das Posting vom US-Militärkommando:
Laut Iran Gegenschlag in Vorbereitung
Iranische Medien meldeten am Mittwochabend den Einsatz der Luftabwehr nahe der Stadt Bandar Abbas. Auch in zwei weiteren Orten seien Explosionen zu hören gewesen. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Nour bereiten die iranischen Streitkräfte bereits einen Gegenschlag vor – und zwar auf US-Militärbasen in der gesamten Golfregion.
Vierte Angriffswelle seit dem Friedensabkommen
Die Angriffswelle ist die zweite binnen 24 Stunden und die vierte, seitdem das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran unterzeichnet wurde. Nach iranischen Angriffen auf Tanker in der Straße von Hormuz sowie auf US-Stützpunkte im Nahen Osten hatten die USA bereits in der Nacht auf Mittwoch Ziele im Iran bombardiert. In der Hafenstadt Bushehr, wo sich das einzige zivile Atomkraftwerk des Iran befindet, kam es zu einer Reihe von Explosionen, die iranischen Revolutionsgarden meldeten außerdem den Tod eines Mitglieds in der Stadt Mahshahr.
Umgehende Vergeltungsmaßnahmen des Iran
Der Iran griff nach eigenen Angaben daraufhin als Vergeltungsmaßnahme US-Stützpunkte in anderen Staaten der Region an. In Kuwait und Bahrain wurde Luftalarm ausgelöst. Nach Angaben aus Bahrain reagierte die Flugabwehr auf mehrere iranische Angriffe. Irans „Aggression“ sei zerstört worden, teilte Nabil al-Ahmar mit, ein Berater am Königshof des Golfstaats.
Nach wochenlangen Kämpfen zwischen den USA, Israel und dem Iran war erst im vergangenen Monat eine vorläufige Vereinbarung erreicht worden, die Raum für intensive Verhandlungen über ein Ende des Krieges schaffen sollte. Diese Gespräche stocken derzeit. Seit Anfang April gilt in dem US-israelischen Krieg gegen den Iran eine brüchige Waffenruhe.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.