Der Mega-Baustellensommer bei den Wiener U-Bahnen, S-Bahnen und Bim ist so heftig wie noch nie. Starke Nerven sind jetzt gefragt. Dabei steht das Schlimmste erst noch bevor ...
Der heurige Baustellensommer hat gerade erst begonnen, und schon wird die Geduld sowohl von Öffi-Nutzern als auch von Autofahrern ordentlich strapaziert. Laut ÖAMTC gibt es im Sommer zwar grundsätzlich etwa um 20 Prozent weniger Fahrgäste sowie um rund 25 Prozent weniger Kfz-Verkehr in Wien – das ist der Grund, warum die meisten Bauarbeiten in diesen Monaten durchgeführt werden (müssen). Dennoch: Es sind zu viele Baustellen auf einmal!
Viele rennen und hasten, um U-Bahn zu erreichen
Die „Krone“ hat sich am Montagmorgen am Praterstern umgesehen. Hier ist die Schnellbahn nach Floridsdorf gesperrt, die wichtigste S-Bahn-Strecke in Wien. Und es ist der erste Arbeitstag, an dem der Ausfall schlagend wird. Die Ersatzbusse „spucken“ ganze Trauben von Passagieren aus. Viele hasten, manche rennen regelrecht. Alle sind spät dran, wollen nur die nächste U-Bahn erreichen.
Ich wollte mich um 8 Uhr mit einer Freundin hier am Praterstern treffen. Durch den Schienenersatzverkehr warte ich jedoch schon seit 40 Minuten auf sie.

Jennifer C. (22), Angestellte
Bild: Imre Antal
Ich fahre hin und wieder zu meiner Tochter, so wie heute. Ich brauche mit der Schnellbahn normalerweise neun Minuten. Jetzt sind es elf Minuten.

Monika H. (69), Pensionistin
Bild: Imre Antal
Mich betreffen die Ausfälle schon ziemlich, weil ich jetzt insgesamt 20 Minuten länger brauche. Ich als Floridsdorferin finde es nervenaufreibend.

Natalia G. (18), Schülerin
Bild: Imre Antal
Eine 22-jährige Angestellte wartet seit geschlagenen 40 Minuten auf eine Freundin, die im Schienenersatzverkehr hängengeblieben ist. Dass die Nerven blank liegen, steht den meisten hier ins Gesicht geschrieben. Eine Pensionistin ist jedoch gelassen. Sie fährt zu ihrer Tochter und hat Zeit.
Nach längerer Fahrtzeit auch noch U-Bahn-Zug eingezogen
Szenenwechsel: Eine Simmeringerin braucht jetzt von ihrem Zuhause nach Heiligenstadt 45 statt 30 Minuten. Justament wird am Montagvormittag auch noch der U-Bahn-Zug, in dem sie sitzt, eingezogen. Technische Panne. Der Arbeitsweg verlängert sich nochmals um 20 Minuten.
Generell gilt: Wer über die Donau in den Norden der Stadt will, muss in den nächsten zwei Monaten sehr kreativ sein. Denn: Floridsdorf ist den ganzen Sommer mit den Öffis so gut wie nicht erreichbar.
Einen Bezirk trifft es dieses Mal besonders arg
Noch bis 6. September ist die S-Bahn-Stammstrecke zwischen Praterstern und Floridsdorf gesperrt. Bis 31. August wird aber auch die Linie 31 wegen der Sanierung der Floridsdorfer Brücke bis Friedrich-Engels-Platz kurz geführt.
Die U4 ist derzeit zwischen Schwedenplatz und Landstraße gesperrt. Schon ab kommender Woche, 13. Juli, startet dann die zweite große Baustellenwelle. Dann wird unter anderem die U3 zwischen Hütteldorfer Straße und Westbahnhof eingestellt. Also noch einmal längere Fahrzeiten.
Erstmals kein Sommerferien-Fahrplan
Zu den unseligen Baustellen, Sperren und Umleitungen kommt auch noch der ausgedünnte Ferienfahrplan. Doch die Wiener Linien verzichten dieses Mal darauf. U1, U2 und U6 sollen den gesamten Sommer über alle zwei bis vier Minuten fahren.
Auf den Straßen schaut es nicht besser aus. Wegen Arbeiten an der Hochstraße wird es laut ÖAMTC auf der Heiligenstädter Straße zwischen Nußdorf und dem Brückenende Richtung Klosterneuburg zeitweise zu teils langen Verzögerungen kommen. Der Sommer ist noch lang ...
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