Stinkende Algen
Miami Beach: Strände mit Unmengen Seetang bedeckt
Der Großteil der Strände von Miami Beach, einem der bekanntesten Bade- und Urlaubsorte der USA, ist seit dem Wochenende mit gewaltigen Ansammlungen von stinkendem Sargassum-Seetang bedeckt (siehe Video oben).
In Miami Beach kommt es vor allem im Frühjahr und Sommer immer wieder und immer häufiger zu Anschwemmungen von Unmengen der Braunalge Sargassum, deren Gestank beim Verrotten auch Insekten anzieht. Die Stadt im Bundesstaat Florida setzt deshalb täglich Traktoren und Reinigungsteams ein, um ihre Strände zu säubern.
Laut Angaben von örtlichen Medien sind mehr als 75 Prozent der Strände von Miami Beach mit dem Seetang bedeckt, der für seinen Gestank nach faulen Eiern berüchtigt ist. Beim Verrotten setzt der Sargassum-Seetang nämlich Gase frei, die nicht ungefährlich sind und unter Umständen die Gesundheit gefährden kann. Das Einatmen der Gase kann etwa zu Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems und des Nervensystems führen.
Sargassum ist eine Gattung brauner Meeresalgen, die vorallem in tropischen und subtropischen Meeren vorkommt. Besonders bekannt sind die frei schwimmenden Arten, die riesige Teppiche auf der Wasseroberfläche bilden. Im Gegensatz zu vielen anderen Algen besitzen diese Arten keine Wurzeln oder Haftorgane. Sie treiben dauerhaft an der Wasseroberfläche und werden von Meeresströmungen transportiert.
Im offenen Meer ein schwimmendes Ökosystem
Schon Christoph Kolumbus beschrieb die Algen im 15. Jahrhundert. Auf dem offenen Meer ist Sargassum-Seetang ein wertvoller Lebensraum und bildet dort ein schwimmendes Ökostystem. Er ist Nahrungsquelle für Schildkröten, bietet Jungfischen Schutz, ist Lebensraum für Garnelen, Schnecken und Krebse. Außerdem ist der schwimmende Seetang ein Aufenthaltsort für zahlreiche Fischarten und Seevögel.
Etwa seit 2011 beobachtet man aber, dass die Ausbreitung von Seetang-Teppichen massiv zunimmt. Man nimmt an, dass ihr extensives Wachstum mit dem Einleiten von Stickstoff und Phosphor aus Flüssen in die Ozeane zusammenhängt. Laut Experten haben auch steigende Wassertemperaturen infolge des Klimawandels sowie veränderte Meeresströmungen mit einer Zunahme des Wachstums zu tun.








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