Brutale Szenen hatten sich Ende Juni nachts in einem Wiener Park in der Donaustadt abgespielt. Ein Mann und seine Begleiterin dürften nur durch Zufall Opfer eines Raubüberfalls geworden sein. Nun gelang den Ermittlern die entscheidende Wende. Das bislang unbekannte, dringend tatverdächtige Duo – darunter der mutmaßliche Haupttäter, ein 21-jähriger Österreicher – konnte ausgeforscht werden.
Jener Fall zählt zu den besonders tragischen: Das Opfer, ein gebürtiger Algerier, wurde völlig grundlos aus dem Leben gerissen, ein Entkommen gab es für ihn letztlich nicht. Auch seine Begleiterin erlitt schwere Verletzungen, überlebte die heimtückische Attacke jedoch.
Schauplatz des gewaltsamen Übergriffs war der Park in der Zieritzgasse in der Donaustadt. Die Anlage wirkt schon bei Tageslicht verwinkelt und düster, in der Nacht dürfte sie noch unheimlicher erscheinen – dort kam es vor gut einer Woche zu dem schweren Überfall mit Todesfolge.
Doch was war passiert? Am Samstag, dem 27. Juni, hallten spätabends die Schreie einer Frau durch die Nacht. Ein Zeuge, der sich unweit des Parks aufhielt, wählte geistesgegenwärtig den Notruf. Als die Beamten am Tatort gegen 23 Uhr am Tatort eintrafen, bot sich ihnen ein Bild des Grauens: Ein Mann und eine Frau lagen reglos und schwer verletzt auf einer Wiese mitten im Park.
Faustschläge in Gesicht und Kopf
Ermittlungen der Wiener Polizei zufolge sollen der Mann und seine Begleiterin von zwei Unbekannten, die auf einem E-Scooter unterwegs waren, zunächst angepöbelt worden sein. Viel Zeit zur Gegenwehr blieb den Opfern nicht: Die Tatverdächtigen, allen voran der männliche Verdächtige, gingen kurz darauf mit äußerster Brutalität auf ihre Opfer los. Der Mann wurde mit Faustschlägen attackiert, die Treffer trafen ihn vor allem im Gesicht und am Kopf.
Auch vor der Frau machte dieser nicht Halt, sie wurde ebenso geschlagen, bedroht – und aufgefordert, Bargeld zu übergeben. „Anschließend flüchteten die Tatverdächtigen in unbekannte Richtung“, berichtete Polizeisprecher Philipp Haßlinger am Sonntag nach der Tat.
Algerier ohne Puls und Atmung
Als das Paar kurze Zeit später von Beamten aufgefunden wurde, konnte bei dem Mann weder Puls noch Atmung festgestellt werden, hieß es seitens der Polizei. Noch dazu wies er schwere Kopfverletzungen auf. Die Einsatzkräfte begannen sofort mit den Reanimationsmaßnahmen und konnten den Mann zunächst stabilisieren. Dort aber verschlechterte sich sein Zustand plötzlich dramatisch: Der Mann verstarb in den frühen Morgenstunden aufgrund eines Schädel-Hirn-Traumas. Hinsichtlich der genauen Todesursache ist das Obduktionsergebnis noch ausständig.
Die Ermittlungen der Polizei liefen seither auf Hochtouren. Hinweise aus der Bevölkerung, etwa von Anrainern sowie Zeugen, wurden überprüft. Zudem werteten die Ermittler akribisch Videoaufnahmen aus der nahe gelegenen U-Bahn-Station aus, um die flüchtigen Tatverdächtigen ausfindig zu machen – mit Erfolg.
Das Duo konnte ausgeforscht werden. Der dringend tatverdächtige Angreifer, ein 21-jähriger Österreicher, wurde nach einem WEGA-Zugriff in seiner Wohnung in der Donaustadt festgenommen und befindet sich in einer Justizanstalt. Die Ermittler stellten Beweismittel, darunter Kleidungsstücke mit Blutspuren, sicher. Auch die gleichaltrige Begleiterin wurde bereits vernommen, sie wird auf freiem Fuß angezeigt. Beide zeigten sich zu den Tatvorwürfen teilweise geständig.
Opferwahl offenbar zufällig
Brisantes und zugleich trauriges Detail: Zunächst war nach „Krone“-Informationen von einem missglückten Raub im Suchtgiftmilieu ausgegangen worden. Im Zuge der Untersuchungen stellte sich jedoch heraus, dass dies nicht zutraf. Das Opfer und seine Begleiterin waren offenbar schlicht zur falschen Zeit am falschen Ort.
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