Zugausfall mit Folgen

GKB: Pendler-Frust zum Start in die Arbeitswoche

Steiermark
06.07.2026 17:00

Auf 96 Prozent hat die steirische GKB ihre Pünktlichkeit zuletzt erhöht. Am Montag wurde die Statistik kräftig verhagelt: Aufgrund eines einzelnen Zug-Ausfalls herrschte in der Weststeiermark stundenlang Chaos.

Herr P. sieht sich als überzeugten Pendler. Die GKB, mit der er von Bad Schwanberg nach Graz in die Arbeit fährt, „war lange Zeit die pünktlichste Bahn, die man sich vorstellen kann“, sagt er. Seit der Elektrifizierung sei alles anders – was der Start in die Arbeitswoche Montagfrüh bewiesen habe.

101 statt 47 Minuten von Bad Schwanberg nach Graz
47 Minuten fährt P. normalerweise nach Graz. Nach dem Start in Bad Schwanberg um 7.04 Uhr ging es bis zum Bahnhof Weststeiermark noch nach Plan, danach blieb die Garnitur auf der Strecke. Das Zugpersonal habe keine Informationen zum Grund der Panne gehabt, „mit Müh und Not haben wir Wettmannstätten erreicht“.

Bis in den späten Vormittag waren entlang der S6 gute Nerven gefragt.
Bis in den späten Vormittag waren entlang der S6 gute Nerven gefragt.(Bild: Privat)

Zahlreiche Passagiere strandeten im Lauf der Zeit dort, wie auch andere Betroffene der „Krone“ schildern. „Die Leute haben aufgeregt telefoniert, eine Mutter mit Kind machte sich große Sorgen um einen Impftermin in Graz“, berichtet P. Er selbst sei um 8.45 Uhr am Ziel angekommen – abgekämpft in einem heillos überfüllten Zug.

Koralmbahn bringt mehr Angebot und dichteren Fahrplan
Die GKB, die im Juni eine Pünktlichkeit von 96 Prozent verbuchte, bittet die Bahnfahrer um Entschuldigung. Mit der Elektrifizierung habe das Schlamassel aber nichts zu tun: Ein einzelnes Triebfahrzeug war ausgefallen, was sich zur Hauptverkehrszeit „seit der Fahrplanverdichtung gleich mehrfach auswirken kann“, so Sprecher Ernst Suppan. Er verweist auf die Angebotsausweitungen im Dezember bei gleichzeitigem Start der Koralmbahn. Bei dieser erhöhten Zugdichte könne „eine einzelne Störung auch Beeinträchtigungen bei anderen Zügen nach sich ziehen“ – im konkreten Fall bis in den späten Vormittag.

Durchschnittlich sind auf der betroffenen Linie S6 nun 1650 Züge monatlich unterwegs – 40 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Davon waren laut GKB im Mai mit exakt 30 beeinträchtigten Verbindungen nur 1,8 Prozent unpünktlich oder fielen komplett aus.

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