Unwetter können auf dem Wasser zum Spiel mit der Zeit werden – am Wörthersee konnte am Dienstag ein Wasserretter rechtzeitig eingreifen. Und am Millstätter See wurden gleich mehrere Personen in letzter Sekunde gerettet. Was beachtet werden sollte, damit solche Notfälle nicht passieren.
„Der Schwimmer wollte noch selbstständig zurück zum Ufer schwimmen, der heftige Wind und der wellige See forderten aber schnell ihren Tribut. Auf halber Strecke verließen ihn völlig die Kräfte“, erzählt Roman Pohovnikar. Als Bademeister und Mitglied der Wasserrettung war er Dienstagnachmittag im Parkbad Krumpendorf in Kärnten im Einsatz. Plötzlich zog ein heftiges Unwetter auf.
Unwetter überraschte Badegäste an Seen
„Während die meisten Badegäste fluchtartig das Wasser verließen, befand sich eine Person noch auf der weiter draußen gelegenen Badeinsel“, erklärt der Wasserretter weiter. Mit lautstarken Rufen forderte er den Mann auf, ans Ufer zu kommen – und hielt ihn bei seinen Schwimmversuchen genau im Blick.
Auch geübte Schwimmer haben bei schnell aufziehenden Stürmen nämlich oft Probleme im Wasser. „Starke Strömungen und Wellengang dürfen niemals unterschätzt werden“, warnen Wasserretter. Wenn Bademeister oder die Sturmwarnleuchten am See Alarm schlagen, sei es wichtig, das Wasser sofort zu verlassen.
Das wollte jener Wörthersee-Badegast auch tun. Als der Mann dann plötzlich in den sogenannten Hundestil verfiel, also mit den Armen ruderte, um sich über Wasser zu halten, reagierte Pohovnikar sofort. Er sprang in die aufgewühlten Fluten, sicherte den erschöpften Schwimmer und rettete ihm das Leben.
„Ohne das schnelle und entschlossene Eingreifen von Roman Pohovnikar wäre der Badegast an diesem Abend ertrunken“, hieß es von Augenzeugen vor Ort. Dem Badegast geht es bis auf den Schock gut.
Ebenfalls gut geht es zwei in Not geratenen Stand-up-Paddlern, zwei Kanufahrern und einem Schwimmer, die am Dienstag von einem Unwetter am Millstätter See überrascht wurden. Auch hier wurden ehrenamtliche Einsatzkräfte zu Rettern in Not.
Grundsätzlich sind die Einsatzkräfte der Österreichischen Wasserrettung aktuell in der Hochsaison, denn nicht nur plötzlich aufkommende Naturereignisse sorgen für „Arbeit am Wasser“, auch die extreme Hitze wird von Badegästen oftmals unterschätzt. „Man sollte die eigenen Kräfte niemals falsch einschätzen: Der Weg zurück zum Ufer ist bei Gegenwind und Wellen doppelt so anstrengend wie der Hinweg!“
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