Norwegens Härte-Knast

Marius Borg Høiby im berüchtigten Ila-Gefängnis

Royals
22.06.2026 16:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Marius Borg Høiby (29), Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, wurde nach seiner Verurteilung zu vier Jahren Haft in das norwegische Hochsicherheitsgefängnis Ila verlegt – eine Haftanstalt mit düsterem Ruf, die als Festung für die schwersten Fälle gilt. Zuvor war er in einem anderen Gefängnis in Untersuchungshaft untergebracht.

Doch weil diese Anstalt inzwischen geschlossen wurde, wurde er nach Ila gebracht – in eine Einrichtung, in der normalerweise die schwersten Fälle des Landes untergebracht sind.

Ila gilt als eine der strengsten Haftanstalten Norwegens – eine Festung für Schwerverbrecher. Hier sitzen Täter mit hohem Gefahrenpotenzial, oft über Jahre hinweg. Auch der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik war zeitweise hier inhaftiert.

Wichtig: Marius Borg Høiby sitzt dort nicht wegen einer Einstufung als Schwerverbrecher, sondern weil er nach der Schließung seines bisherigen Gefängnisses in Oslo nach Ila verlegt wurde.

Für besonders gefährliche Insassen gelten in Ila maximale Sicherheitsmaßnahmen: Sie werden strikt isoliert, Kontakte sind stark eingeschränkt, jede Bewegung wird kontrolliert. Ziel ist es, Risiken wie Gewalt oder Geiselnahmen von vornherein auszuschließen.

Marius Borg Høiby bei einer Halloween-Feier in Oslo.
Marius Borg Høiby bei einer Halloween-Feier in Oslo.(Bild: APA-Images / dana press / dana)

Harter Alltag hinter hohen Mauern
Der Alltag im Hochsicherheitsgefängnis westlich von Oslo ist streng organisiert und lässt kaum Spielraum für Abweichungen. Feste Abläufe bestimmen den Tagesrhythmus der Insassen – von morgens bis abends.

Das Leben in Ila ist streng geregelt – mit klaren Vorschriften für jeden Insassen. So gibt es keine Internetverbindung für Häftlinge. Elektronische Geräte sind nur ohne WLAN oder Bluetooth erlaubt.

Einkäufe hinter den Gefängnismauern können nur mit Gefängniskarten erledigt werden, Bargeld gibt es nicht. Persönliche Dinge sind stark begrenzt, Wertgegenstände müssen beim „Einchecken“ abgegeben werden. 

Klare Struktur von früh bis spät
Der Tag folgt einem festen Plan: Arbeit oder Ausbildung sind verpflichtend, dazu kommen Therapieeinheiten, schulische Angebote und geregelte Pausen. Ziel ist es, den Gefangenen eine klare Tagesstruktur zu geben und sie schrittweise an ein geregeltes Leben heranzuführen.

Die Arbeits- und Beschäftigungsbetriebe des Gefängnisses (wie die Gärtnerei und die Holz- und Metallwerkstätten) betreiben sogar Social-Media-Auftritte.

Die meisten Insassen leben in Einzelzellen von rund zehn Quadratmetern. Die Ausstattung ist minimal gehalten – neben Bett und Stauraum gehört nur ein kleiner Schreibtisch zur Grundausstattung.

Trotz der hohen Sicherheitsstufe gibt es Gemeinschafts- und Freizeitangebote: Fitnessräume, Sporthalle, Musikraum oder sogar eine Gärtnerei gehören zur Anlage. Welche dieser Angebote genutzt werden dürfen, hängt jedoch strikt von der Sicherheitsstufe und dem individuellen Gefährdungspotenzial ab.

Ankunft am Knast: Høibys Anwälte vor dem Hochsicherheitsgefängnis Ila
Ankunft am Knast: Høibys Anwälte vor dem Hochsicherheitsgefängnis Ila(Bild: EPA/JAVAD PARSA)

Kontakt nach außen streng geregelt
Auch Besuche sind klar limitiert. In der Regel dürfen Gefangene nur einmal pro Woche Besuch empfangen. Videoanrufe sind möglich, allerdings unter Auflagen. Geschenke oder persönliche Gegenstände dürfen Besucher nicht mitbringen.

Der Alltag von Marius ist im Gefängnis streng geregelt.
Der Alltag von Marius ist im Gefängnis streng geregelt.(Bild: Grott, Vegard Wivestad / NTB / picturedesk.com)

Die gesamte Kommunikation wird überwacht. Internetzugang in den Zellen ist strikt verboten, Computer sind gesichert und können nur eingeschränkt genutzt werden. Jede Bewegung innerhalb der Anstalt unterliegt klaren Kontrollen.

Noch kleine Freiheiten – aber klare Grenzen
Høiby befindet sich aktuell weiterhin in Untersuchungshaft, da er gegen das Urteil Berufung eingelegt hat. Das bedeutet: Einige Regeln sind etwas lockerer als im regulären Strafvollzug. Trotzdem gilt auch für ihn: Sicherheit geht vor. Der Alltag bleibt kontrolliert und eingeschränkt. 

Als am 15. Juni das noch nicht rechtskräftige Urteil – vier Jahre Haft wegen zweier Vergewaltigungen und weiterer Delikte – verkündet wurde, hatte seine Mutter wohl bereits eine neue Lunge erhalten. Das norwegische Königshaus bestätigte am Mittwoch, dem 17. Juni 2026, offiziell, dass sich Kronprinzessin Mette-Marit erfolgreich einer Lungentransplantation unterzogen hat. Die Ehefrau von Kronprinz Haakon war erst Anfang Juni auf die Warteliste für ein Spenderorgan gesetzt worden. Der Eingriff fand im Universitätskrankenhaus (Rikshospitalet) in Oslo statt.

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