Werbe-Skandal in Korea

Starbucks-Filialen nach „SS“-Eklat geschlossen

Ausland
22.06.2026 16:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine Werbeaktion von Starbucks hat in Südkorea für heftige Empörung gesorgt. Im vergangenen Monat hat die Kaffeehaus-Kette einen Edelstahl-Thermobecher mit dem Namen „SS Tank“ beworben. Die Werbeaktion löste eine Welle an Boykottaufrufen aus.

Nach dem Werbeskandal wurden sämtliche der 2000 Starbucks-Filialen in Südkorea geschlossen. Die Cafés blieben zu, da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einer „verpflichtenden Geschichtsschulung“ teilnehmen sollten.

Alle Filialen in Südkorea schlossen ihre Pforten am Montag bereits um 15 Uhr.
Alle Filialen in Südkorea schlossen ihre Pforten am Montag bereits um 15 Uhr.(Bild: AFP/JADE GAO)

„Fortbildungsveranstaltungen mit Geschichtsschwerpunkt“
„Heute schließen alle Starbucks Filialen bereits um 15 Uhr“, heißt es auf einer Mitteilung vor dem Eingang eines Cafés. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen die Chance haben, an „Fortbildungsveranstaltungen mit Schwerpunkt auf historischem und sozialem Bewusstsein“ teilzunehmen. Das Unternehmen sei bemüht, allen Kundinnen und Kunden weiterhin ein angenehmes Erlebnis“ zu bieten.

„Tank Day“ hat problematischen Hintergrund
Das Unternehmen hatte kürzlich einen Kaffeebecher mit problematischem Namen beworben und den 18. Mai zum sogenannten „Tank Day“ erklärt. Die Aktion führte zu Demonstrationen und Verärgerung bei vielen Menschen. Denn am 18. Mai 1980 hatte die damalige Militärregierung in der südkoreanischen Stadt Gwangju die Demokratiebewegung gewaltsam niedergeschlagen. Dabei wurden auch Panzer verwendet, hunderte Menschen wurden getötet. „Tank“ kann mit „Behälter“, aber auch mit „Panzer“ übersetzt werden.

Zuständiger Geschäftsführer gefeuert
Außerdem wurde die Bezeichnung des Bechers als „SS Tank“ heftig kritisiert. Die missverständliche Abkürzung soll dabei für „Stainless Steel“ (Edelstahl) stehen. Die kontroverse Werbekampagne kam vom südkoreanischen Konzern Shinsegae, der die Lizenz für das Korea-Geschäft des US-Mutterkonzerns Starbucks hat. Der Konzern hat sich entschuldigt und den zuständigen Geschäftsführer gekündigt. Nach einer internen Untersuchung betonte das Unternehmen, dass man die Opfer der Demokratiebewegung keinesfalls absichtlich diffamieren wollte. Derzeit untersucht auch die Seouler Polizei die Hintergründe des Falls.

Präsident empört
Auch Präsident Lee Jae Myung kritisierte das „unmenschliche Verhalten“ im Zuge der Werbeaktion. „Ich bin wütend über das unmenschliche Verhalten solcher Geschäftsleute“, schrieb er auf Social Media.

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