Die schwer kranke norwegische Kronprinzessin Mette-Marit (52) ist erfolgreich einer Lungentransplantation unterzogen worden. Das teilte das norwegische Königshaus am Mittwoch mit.
„Die Lungentransplantation ist bisher erfolgreich verlaufen“, beruhigte Arnt Fiane, Leiter der Abteilung für Thoraxchirurgie am Rikshospitalet, nach der Operation. „Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um allen im Team zu danken, die an der Planung und Umsetzung beteiligt waren.“ Wann der Eingriff durchgeführt wurde, gab er nicht bekannt.
„Wir freuen uns sehr, dass bisher alles gut verlaufen ist. Wie alle anderen frisch transplantierten Patienten wird auch die Kronprinzessin für einige Wochen im Rikshospitalet stationär aufgenommen. Dies ist ein Standardverfahren, um die Medikamente anzupassen, eventuelle Komplikationen zu behandeln und die Rehabilitation einzuleiten“, fügte Are Holm, Leiter der Abteilung für Pneumologie am Rikshospitalet, hinzu.
Das nächste Update zum Gesundheitszustand der Kronprinzessin werde laut Mitteilung des Palastes erst nach ihrer Entlassung aus dem Rikshospitalet erfolgen.
Kurzfristige Entscheidung über Eingriff
Spenderlungen sind rar, daher wird über solch einen Eingriff sehr kurzfristig entschieden. Bei einer Lungenfibrose bilden sich Narben im Lungengewebe, was Atemnot, Kurzatmigkeit und Husten verursachen kann. Die Krankheit gilt als nicht heilbar. Bei Kronprinzessin Mette-Marit wurde im Oktober 2018 eine Lungenfibrose diagnostiziert, die sich in den letzten Monaten immer mehr verschlechtert hat.
Ende 2025 gab der norwegische Hof bekannt, dass sich ihr Gesundheitszustand deutlich verschlechtert habe und eine Lungentransplantation als letzte Behandlungsoption in Betracht gezogen werde.
Seit dem Frühjahr 2026 war die Prinzessin im Alltag auf ein mobiles Beatmungsgerät angewiesen. Anfang Juni 2026 wurde sie schließlich auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt, nachdem Ärzte festgestellt hatten, dass ihre verbleibende Lebenserwartung ohne Eingriff nur noch etwa ein Jahr betragen würde.
Familie steht Mette-Marit in schwieriger Zeit bei
Die Krankheit hat Konsequenzen für die gesamte Kronprinzenfamilie. So wird das Kronprinzenpaar nicht wie geplant im August seine silberne Hochzeit feiern. Kronprinz Haakon hatte wegen seiner kranken Frau in letzter Zeit immer wieder Termine abgesagt und zuletzt auch eine Reise deshalb verkürzt.
Aus Sorge um ihre Mutter war zudem die Tochter der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, Prinzessin Ingrid Alexandra, vorläufig aus Australien nach Hause zurückgekommen. Seit dem vergangenen Sommer studiert sie an der Universität von Sydney internationale Beziehungen und politische Ökonomie.
Nicht nur Krankheit, sondern auch Skandale
Zusätzlich zu ihrer Krankheit belasten mehrere Skandale die Kronprinzessin. Durch die Veröffentlichungen im Fall Jeffrey Epstein war Mette-Marits frühere Freundschaft zu dem Sexualstraftäter bekannt geworden. In einem Fernsehinterview sagte sie in diesem Frühjahr, Epstein habe sie manipuliert und getäuscht. Von seinen Verbrechen habe sie nichts gewusst. Viele ihrer Landsleute nahmen ihr das enge Verhältnis zu dem Sexualstraftäter sehr übel.
Sorgen macht Mette-Marit auch ihr Sohn aus einer früheren Beziehung. Am Montag wurde Marius Borg Høiby unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht zu vier Jahren Haft verurteilt. Er hatte in den vergangenen Monaten immer wieder versucht, aus der Untersuchungshaft freizukommen – es sei unerträglich, nicht bei seiner kranken Mutter sein zu können, argumentierte er. Das Kronprinzenpaar hat außerdem zwei gemeinsame Kinder: Erbprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus.
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