Böse Erinnerungen

Mure im Valsertal: „Hier zeigt sich Klimawandel“

Tirol
08.08.2026 17:00

Am Samstag beseitigte man die gröbsten Schäden jener Mure, die am Freitagabend im Valsertal hinter St. Jodok am Brenner in Tirol abging – nicht zum ersten Mal. Unterdessen wird die Verlegung des Talwegs gefordert.

„Es schaut nicht gut aus“, schilderte Bürgermeister Klaus Ungerank aus Vals (Bezirk Innsbruck-Land) am Samstag gegenüber der „Krone“. Damit meinte er die Unwetterschäden von Freitag.

Fünf Kilometer lange Mure
Der Alpeiner Bach hatte auf einer Länge von rund fünf Kilometern Steine, Schutt, Geröll und Schlamm aus dem Talschluss bis zum Parkplatz gegenüber dem Gasthof „Touristenrast“ gebracht. 14 Autos von Wanderern wurden quasi „zugemurt“ und wohl erheblich beschädigt, es gab große Flurschäden, die Zufahrtsstraße war blockiert. Der Polizeihubschrauber Libelle Tirol flog elf Wanderer aus.

„Es gab zwar nur relativ wenig Niederschlag, in Kombination mit Hagel und den Moränenablagerungen ganz hinten entwickelte sich aber eine große Dynamik“, schildert der Bürgermeister.

Zitat Icon

Es gab nur relativ wenig Niederschlag, in Kombination mit Hagel und den Moränen im Talschluss entwickelte sich aber eine große Dynamik.

Klaus Ungerank, Bürgermeister Vals

Die Mure kam erst im flachen Bereich zum Stillstand, der als eine Art Retentionsfläche im Valsertal zur Verfügung steht. „Zum Glück haben wir diesen Bereich – im Gschnitztal sah man im Vorjahr leider nämlich, was sonst hätte alles passieren können“, sagt Ortschef Ungerank.

Bach in ursprüngliches Bett zurückverlegt
Am Samstag bemühten sich zahlreiche Einsatzkräfte mit zwei Baggern, den Bach in das ursprüngliche Bachbett zurückzuverlegen und den Weg zum Parkplatz freizumachen. Wohl nur der eine oder andere Autobesitzer, von denen einige noch am Berg unterwegs waren, kam mit einem blauen Auge davon.

Die Mure richtete auch große Flurschäden an.
Die Mure richtete auch große Flurschäden an.(Bild: Privat)

Der Parkplatz ist bereits 2012 und 2021 vermurt worden – noch ärger als am Freitag. „Früher hatten wir noch größere Gletscher, jetzt liegen die Moränen frei, heuer ist die Situation ganz arg“, versucht sich der Bürgermeister in einer Erklärung für die Murenschäden. Ungerank: „Hier zeigt sich der Klimawandel.“

Weg nach oben verlegen
Der Deutsche Alpenverein, dem die Geraer Hütte über dem hinteren Talschluss gehört, und Almbauern bemühen sich seit Längerem, den Weg im Tal weiter nach oben zu verlegen, um ihn vor Unwetterschäden zu schützen. Erst vor wenigen Tagen war die Talstation der Materialseilbahn zur Hütte bei einem Gewitter beschädigt worden, es gab auch eine Verhandlung zum Thema „Wegverlegung“. Die Maßnahme sei in einem Natura-2000-Gebiet jedoch schwer umsetzbar, ein Schutzdamm würde nichts nützen, bedauert Ungerank.

Nur eine Frage der Zeit
„Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis der Talboden und der Weg vermurt sein werden“, befürchtet der Dorfchef.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Tirol
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung