Nach jahrelangen Ermittlungen gegen die Hooligan-Gruppierung „Unsterblich Wien“ gibt es jetzt die erste Anklage. Ein Anhänger muss vor Geschworene, weil er bei Fußballspielen stolz ein mutmaßliches SS-Symbol auf seiner Lederjacke präsentierte.
Sie präsentieren sich mit schwarzen Lederjacken, voll tätowiert, meist auf Motorrädern unterwegs. Ein Bild, das sie auch in sozialen Netzwerken vertreten, wo sie sich auch nicht scheuen ihre problematische Linie stolz zu vertreten. Nur ein Post auf Facebook von vielen: „Ich brauch’ mit dir nicht zu diskutieren. Ich tret’ dir ins Gesicht, denn an meiner Schule gaben Hooligans den Ethikunterricht.“
Und genau um eine solche Gruppierung handelt es sich bei den Männern, die unter dem Deckmantel Fußballfans zu sein, schwere und besonders rechtsradikale Straftaten begehen.
Hausverbot im eigenen Stadion
Seit 2022 führt die Staatsanwaltschaft Klagenfurt ein Ermittlungsverfahren gegen 13 Beschuldigte der Hooligan-Gruppe „Unsterblich Wien“ – Anhänger des Wiener Fußballklubs FK Austria. Und sogar ihrem eignen Verein machten die Radikalen viel zu viele Probleme, im Heimstadion Generali-Arena haben sie lange schon Hausverbot und seit 2013 werden sie von der Austria nicht einmal mehr als Fanklub anerkannt.
Schwer Vorbestrafte tragen stolz SS-Symbol
An Stadionbesuchen scheint das die Hooligans aber nicht zu hindern – sie besuchen stattdessen Auswärtsspiele. Die meisten von ihnen sind schwer vorbestraft, ihre Strafregister weisen zig Eintragungen auf – Körperverletzung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, gefährliche Drohung und besonders nationalsozialistische Wiederbetätigung. Und genau darum geht es auch in dem jahrelangen umfangreichen Ermittlungsverfahren, das nach einem Fußballspiel im Wörthersee-Stadion eingeleitet wurde.
Besonders auffällig: Alle Mitglieder tragen Leder- oder Jeansjacken mit den gleichen Patches, auf dem ein Totenkopf zu sehen ist, der verdächtig einem früheren SS-Symbol ähnelt (siehe oben). „Aufgrund der Vorgeschichte der Gruppierung ‚Unsterblich Wien‘ sowie der zahlreichen einschlägige amtsbekannten Mitglieder mit eindeutiger neonazistischer Gesinnung besteht der durchaus begründete Verdacht, dass die handelnden Personen dadurch gezielt nationalsozialistisches Gedankengut verbreiten wollen“, heißt es in einem Bericht des Staatsschutzes.
Die Staatsanwaltschaft Wien erhob nun die erste Anklage gegen einen der „Unsterblich Wien“-Hooligans. Der Vorwurf: Wiederbetätigung durch Tragen der einschlägigen Patches. Bei einer Hausdurchsuchung wurden außerdem zig NS-Devotionalien sichergestellt. Einen Prozesstermin gibt es noch nicht.
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