Großalarm in Sölden

Unwetter: Spur der Verwüstung, Video zeigt Mure

Tirol
30.07.2026 11:34

Es waren dramatische und bange Szenen, die sich Mittwochabend und in der Nacht auf Donnerstag im Tiroler Ötztal abspielten. Schwere Unwetter gingen insbesondere im Bereich Sölden nieder und sorgten für Murenabgänge und Überschwemmungen. Für die Gemeinde wurden Zivilschutzalarm und AT-Alert ausgelöst. Bilder und Videos im Netz zeigen die Naturgewalten. Zu Murenabgängen kam es auch wieder im Pitztal!

Gegen 22.45 Uhr wurde für die Gemeinde Sölden der AT-Alert ausgelöst. Das Land Tirol hatte die behördliche Warnung aufgrund der schweren Unwetter an alle in diesem Gebiet eingeloggten Mobiltelefone ausgesandt. Eine Notunterkunft wurde in der Freizeitarena Sölden eingerichtet. Parallel dazu wurde vor Ort auch der Zivilschutzalarm ausgelöst.

„In obere Stockwerke gehen“
Die Bevölkerung wurde aufgefordert, zu Hause zu bleiben und sich in obere Stockwerke zu begeben. Keller, Tiefgaragen und Unterführungen sollten gemieden werden - ebenso Gewässer und Ufergebiete. Brücken galt es sofort zu verlassen. Es herrschte Lebensgefahr!

30 Menschen in Sicherheit gebracht
Bei den sogenannten Rofenhöfen nahe des Ortsteils Vent hatte eine Mure  eine Straße verlegt, rund 30 Personen mussten in Sicherheit gebracht werden, sagte Bürgermeister Ernst Schöpf noch am Abend.

Die betroffenen 30 Personen seien in einem Hotel in Vent untergebracht worden, so Schöpf. Geröllmassen verlegten Parkplätze und eine Straße. Mehrere Autos sollen beschädigt worden sein. Aufgrund der heftigen Regenfälle wurden auch Keller und Tiefgaragen im Raum Sölden überschwemmt. Es kam auch zu Stromausfällen und überfluteten Straßenabschnitten.

Noch am Abend bzw. in der Nacht liefen die großen Aufräumarbeiten an. Kurz vor Mitternacht wurden schließlich der AT-Alert und der Zivilschutzalarm wieder aufgehoben.

Klärwerk bereitet Sorgen
Auch ein Klärwerk im Norden der Gemeinde wurde offenbar in Mitleidenschaft gezogen. Dieses bereitete auch noch am Donnerstag, als die Aufräumarbeiten nach wie vor voll im Gange waren, Sorgen. Es war von Geröll- und Schlammassen umgeben.

Ein Video zeigt das von Schlamm und Geröll umgebene Klärwerk:

Zunächst konnte man noch nicht zum Klärwerk vordringen. Über das Ausmaß der möglichen Schäden dort konnte daher zunächst auch keine Angabe gemacht werden. Man kämpfe sich nun bis zum Werk vor, zwei Bagger und Helfer standen bereits im Einsatz.

Bilder vom Tag nach dem Unwetter:

Auf Unwetter folgte sternenklare Nacht
Kurz vor Mitternacht hatten die Unwetter das hintere Ötztal jedenfalls wieder verlassen. „So unglaublich es klingt: Wir haben bereits wieder eine sternenklare Nacht“, schilderte Bürgermeister Schöpf.

Riesiges Glück im Unglück: Verletzt wurde niemand!

Murenabgänge auch im Pitztal
Unwetter hatten am Mittwochabend auch im Pitztal für Einsätze gesorgt. Zwei Muren verlegten die L16 Pitztalstraße im Bereich Plangeroß. Die Straße bleibt in den betroffenen Bereichen vorerst gesperrt und kann wohl erst im Laufe des Donnerstags nach Abschluss der Aufräumarbeiten wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Auch im Pitztal kam es zu Murenabgängen.
Auch im Pitztal kam es zu Murenabgängen.(Bild: Land Tirol)
Schweres Gerät kommt bei den Aufräumarbeiten zum Einsatz.
Schweres Gerät kommt bei den Aufräumarbeiten zum Einsatz.(Bild: Land Tirol)

Die Muren hatten die Straße vor und hinter dem Ortsteil Plangeroß – außerhalb des Wohngebiets – auf einer Länge von jeweils rund einhundert Metern verlegt. „Wir sind bereits seit der Nacht am Aufräumen und haben die ganze Nacht durchgearbeitet. Insgesamt haben wir zwei Bagger und zwei Radlader im Einsatz“, schilderte Hartmut Neurauter von der zuständigen Straßenmeisterei Zams am Donnerstagvormittag.

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