Ein Slowake, der zuletzt in Wien in einem Zelt wohnte und in seiner Heimat auch schon wegen Mordes im Gefängnis saß, stahl Fahrräder im Burgenland und bedrohte außerdem mehrere Frauen. 15 Monate Haft!
Den Angeklagten kann man durchaus als Stammgast auf den Anklagebänken dieser Welt bezeichnen. Der Slowake, Mitte 40, wurde in Deutschland bereits zu mehreren Geldstrafen verurteilt, Themen waren Suchtmittelhandel und Diebstahl. In seiner Heimat hat er 14 Jahre und 11 Monate Gefängnis wegen Mordes hinter sich. Er war an einer Schießerei beteiligt. Liest sich nicht gut, wenn man erneut vor einer Richterin zu sitzen hat.
Zwei Räder gestohlen, um ins Ausland zu fahren
Zwei Fahrräder hat er in Schützen am Gebirge gestohlen. Das gibt der Slowake auch zu. „Ich brauchte das Geld, um nach Deutschland fahren zu können, wo ich eigentlich lebe.“ Gut, schuldig, abgehakt.
Das kann schon sein. Aber ich habe das nicht ernst gemeint und hätte das nie und nimmer gemacht.
Der Angeklagte
Nun tut sich aber ein weiteres Problem für den U-Häftling auf, der in Handschellen zum Prozess vorgeführt wurde: Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zwei Frauen mit dem Umbringen bedroht zu haben. Er sagt: „Das kann schon sein. Aber ich habe das nicht ernst gemeint und hätte das nie und nimmer gemacht.“
„Sie werden dann im Blut schwimmen“
Eine Zeugin wird gehört, eine Polin, die in Wien als Betreuerin in einem Tageszentrum arbeitet, wo der Angeklagte oft Zuflucht suchte. „Er meinte, ich sollte Angst haben und er wird mich suchen und umbringen. Er hat gesagt, er wird mit dem Zug zu meinen Kindern fahren und sie werden dann im Blut schwimmen“, berichtet die Frau, die von der Richterin abgesondert vom Slowaken vernommen wird. Zu groß ist ihre Angst, dem vermeintlichen Aggressor gegenüberzutreten. „Ich hatte noch Wochen später Angst, alleine nach Hause zu gehen, besonders am Abend.“
Der Mann entschuldigt sich im Anschluss, es hat nichts genutzt, die Polin war schon weg. „Es tut mir leid. Ich hätte ihr und den Kindern niemals etwas Böses angetan.“
Zu schlechter Letzt wird dem Mann vorgeworfen, er habe in Wien versucht, mit einem Bolzenschneider ein Schloss zu knacken und ein Fahrrad sowie einen E-Scooter zu stehlen. Dieser Anklagepunkt wird mangels an Beweisen fallengelassen.
Die Richterin wählt das Mittelmaß
Letztendlich wird der vorbelastete Slowake, vertreten von Anwalt Stefan Wappel, am Landesgericht Eisenstadt wegen Diebstahls, gefährlicher Drohung und Nötigung zu 15 Monaten Haft verurteilt. Der Strafrahmen beträgt in diesem Fall bis zu drei Jahre.
Den Besitzern der Fahrräder muss er den entstandenen Schaden, rund 5000 Euro, rückerstatten. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
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