Zehn Prozent weniger Ausgaben pro Jahr: Dieses Ziel will die steirische Wirtschaftskammer bis 2030 erreichen. Viele bezeichnen das nur als ersten notwendigen Schritt, gering schätzen sollte man ihn aber nicht. Immerhin geht es um jährlich acht Millionen Euro.
Einen Beliebtheitspreis hat die Wirtschaftskammer im Vorjahr nicht gewonnen. Rund um die hohen Gagen des zurückgetretenen Österreich-Präsidenten Harald Mahrer kamen auch kräftige Erhöhungen für regionale Funktionäre an die Öffentlichkeit, darunter für den steirischen Wirtschaftskammerpräsidenten Josef Herk. Man zog nach tagelanger Aufregung die Notbremse und nahm die Erhöhungen zurück.
Versprochen wurden damals, sowohl in Wien als auch in Graz, Reformen und Einsparungen: weniger Geld für die Kammer, mehr für die Betriebe. In der Steiermark werden nun erste Schritte gesetzt. Ein Reformpapier wurde am Donnerstag von allen Fraktionen beschlossen. Bis 2030 sollen die jährlichen Ausgaben um acht Millionen Euro sinken, das entspricht etwa zehn Prozent.
Sämtliche Förderungen, Kooperationen und Unterstützungsleistungen stehen auf dem Prüfstand. Kleinere Servicestellen könnten geschlossen werden. Das Internationalisierungscenter wird zwar nicht infrage gestellt, die Finanzierung könnte aber dennoch geändert werden. Usw. usw. Im Gegenzug soll die Kammerumlage 2 für Unternehmen sinken.
Auch wenn einige Fraktionen wie die UNOS nur von einem ersten Schritt sprechen, ist dieser nicht gering zu schätzen. Für die Kammer ist es ein gewaltiger Einschnitt. Passend dazu gibt es mit Eva Liebminger ab 2027 eine neue Direktorin, die auf einen internationalen Lebenslauf verweisen kann und die Reformen umsetzen soll.
Gespannt darf man sein, ob andere Kammern, etwa jene für Arbeiter, Ärzte und Landwirte, ähnliche Einschnitte in Angriff nehmen. Ohne Skandal wie bei der Wirtschaftskammer wird das wohl kaum erfolgen.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins Wochenende!
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