Die steirische Wirtschaftskammer plant ab 2027 ein großes Reformpaket. Erklärtes Ziel ist es, acht Millionen Euro der jährlichen Kosten einzusparen und im Gegenzug die Kammerumlage für Betriebe zu senken. Außerdem sollen Gehälter von Führungskräften offengelegt werden. Apropos: Mit Eva Liebmann bekommt die WKO Steiermark eine neue Direktorin.
Nicht alle Unternehmer sind gut auf „ihre“ Kammer zu sprechen: Im Vorjahr wurde bekannt, dass Führungskräfte teils üppige Gehaltserhöhungen bekamen, während Betriebe an der Teuerung verzweifeln. Die steirische Wirtschaftskammer lenkt nun ein und will Mitgliedsbetriebe gezielt entlasten, wie am Donnerstagabend via Aussendung bekannt gegeben wurde.
Bis 2030 sollen zehn Prozent der laufenden Kosten eingespart werden. Eine Reformgruppe mit Vertretern aller fünf Kammer-Fraktionen erarbeitete im vergangenen halben Jahr einen Plan, der Einsparungen in der Höhe von acht Millionen Euro pro Jahr vorsieht. Im Gegenzug soll der Landesanteil der Kammerumlage zwei (KU2) schrittweise von 0,22 auf 0,18 Prozent abgesenkt werden. Auch die Bundes-Wirtschaftskammer hat ja schon eine Senkung in Aussicht gestellt.
Wir zeigen einmal mehr klar vor, wie ernst wir es mit der Entlastung meinen. Bis zum Jahr 2030 werden wir in der WKO Steiermark jeden zehnten Ausgaben-Euro einsparen, insgesamt sind das rund acht Millionen Euro der jährlich laufenden Kosten.

Josef Herk
Präsident WKO Steiermark
Bild: Jürgen Fuchs
Sämtliche Förderungen werden geprüft
Wie kann das Sparpaket gelingen? Unter anderem sollen „sämtliche Förderungen, Kooperationen, Subventionen und Unterstützungsleistungen organisationsübergreifend kritisch hinterfragt werden“, heißt es. Dabei geht es etwa um Unterstützungsleistungen für das Internationalisierungscenter (ICS), Leistungen für die Einheit „Room 466“ (eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung der WKO) und für das „Innolab“ (Innovationsbegleitung für Unternehmen).
Empfohlen werden auch strukturelle Anpassungen bei den Regional- und Servicestellen, wo mobile Alternativen im Zuge einer Digitalisierungsstrategie geprüft werden sollen. Die Kürzungen werden voraussichtlich die Standorte Mariazell, Fürstenfeld, Bad Aussee, Bad Radkersburg und Mürzzuschlag treffen, mittelfristig auch Gröbming und Murau. Die Regionalstelle Leoben könnte in das Wifi Niklasdorf integriert werden. Außerdem könnte das Magazin „Steirische Wirtschaft“ seltener erscheinen, Veranstaltungen wie die Gründermesse sollten verstärkt im eigenen Haus stattfinden.
Entschädigungen werden offengelegt
Zusätzlich sollen die Transparenzstandards erhöht werden. Soll heißen: Statistiken sollen österreichweit vergleichbar werden, im Geschäftsbericht sollen Aufgabenbereiche und Entschädigungen der Führungskräfte offengelegt werden. Ab 2027 geht das Sparpaket schrittweise in Umsetzung. „Wir zeigen einmal mehr klar vor, wie ernst wir es mit der Entlastung meinen“, sagt Kammerpräsident Josef Herk.
Die Steiermark steht für Innovationskraft, Unternehmergeist und industrielle Stärke.

Eva Liebmann
Bild: Made with love by GEORG WILKE
Eva Liebmann wird Kammer-Direktorin
Dieser bestellt übrigens ab 1. Jänner 2027 Eva Liebmann zur neuen Direktorin der WKO Steiermark. Die promovierte Betriebswirtin und international erfahrene Spitzenmanagerin (Finanzministerium, österreichische Botschaft in Washington, Bawag ...) folgt damit auf Karl-Heinz Dernoscheg, der die Interessenvertretung über viele Jahre entscheidend mitgeprägt hat und Ende 2026 in den Ruhestand geht.
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