Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und sein polnischer Amtskollege Karol Nawrocki haben sich zwar am Rande des NATO-Gipfels getroffen. Doch die diplomatische Krise nach der Ehrung der umstrittenen Partisaneneinheit UPA aus dem Zweiten Weltkrieg dauert weiter an. Nun schlägt sich auch das EU-Parlament auf die Seite Polens und kritisiert Selenskyj.
Die Abgeordneten bedauerten, dass bei der Entscheidung die Empfindlichkeiten und das Leid Polens ausgeblendet worden seien, heißt es in einem Beschluss, der mit 460 Ja-Stimmen, 136 Nein-Stimmen und 59 Enthaltungen angenommen wurde.
Ehrung von Untergrundkämpfern, die Polen und Juden ermordeten
Selenskyj hatte den Geschichtsstreit Ende Mai ausgelöst, als er einer Armee-Einheit den Beinamen „Helden der UPA“ verlieh. Kiew ehrt das Andenken an die Untergrundkämpfer der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA), weil sie nach dem Zweiten Weltkrieg Widerstand gegen die Sowjetherrschaft leisteten. Während des Krieges waren die Bewaffneten aber für Massaker an Zehntausenden Polen und Juden in der heutigen Westukraine verantwortlich.
Polens Präsident Karol Nawrocki verschärfte den Konflikt später seinerseits, indem er Selenskyj den höchsten polnischen Orden aberkannte. Wenig später schickte der ukrainische Staatschef die Auszeichnung und die dazu gehörende Urkunde auf dem Postweg zurück nach Warschau. Seinem Beispiel folgten mehrere hochrangige ukrainische Politiker.
EU-Parlament: Benennung widerspricht europäischen Werten
Das EU-Parlament ist der Resolution zufolge der Auffassung, dass die Benennung der Armee-Einheit nicht im Einklang mit europäischen Werten stehe und den nachbarschaftlichen Beziehungen schade. Die Abgeordneten sprachen sich für eine Deeskalation und eine echte und aufrichtige Aussöhnung aus.
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