Angriff auf Baltikum?

Putin plant laut Insidern die nächste Eskalation

Außenpolitik
09.07.2026 15:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Präsident Donald Trump hat erst kürzlich gesagt, dass Russlands Machthaber Wladimir Putin ein Ende des Ukraine-Kriegs wolle. Das dürfte jedoch nicht stimmen. Ein Insider, der Putin regelmäßig trifft, sagte, dass es in den kommenden Monaten wahrscheinlich eine neue Eskalation geben werde. Die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien und Häfen hätten Putins Entschlossenheit gestärkt.

Ukrainische Geheimdienstberichte bestätigen die Aussage des Insiders. Diese würden darauf hindeuten, dass Putin neue Militäreinsätze oder gar einen Angriff auf ein anderes europäisches Land vorbereite, sagte die Regierung in Kiew. Aktuell diskutieren russische Militärfachleute zunehmend über eine Ausweitung des Kriegs. Als mögliche Ziele werden dabei NATO-Stützpunkte in den baltischen Staaten ins Spiel gebracht. Der ehemalige Beamte des russischen Verteidigungsministeriums, Andrei Ilnizki, nannte zudem NATO-Basen in Rumänien sowie Attacken auf EU-Rüstungsbetriebe, die Drohnen mit großer Reichweite und Raketen für die Ukraine herstellen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow wies dies am Donnerstag auf Nachfrage nicht zurück. Russland müsse seine Sicherheit stärken, sagte er. Isolierte Angriffe könnten dazu dienen, die NATO in der Frage der angemessenen Reaktion zu spalten, sagte Militärexperte Jack Watling von der Londoner Denkfabrik Rusi. Eine solche Konfrontation könnte im Inland auch als politische Rechtfertigung für die unbeliebte Mobilmachung dienen. Um einen offenen Krieg mit der NATO geht es laut Watling hingegen nicht.

Brand nach einem russischen Luftangriff in der Ostukraine
Brand nach einem russischen Luftangriff in der Ostukraine(Bild: AP)
Ukrainische Kampfflugzeuge über einem Patriot-Raketenabwehrsystem
Ukrainische Kampfflugzeuge über einem Patriot-Raketenabwehrsystem(Bild: AP/Efrem Lukatsky)
Russische Drohne
Russische Drohne(Bild: AP)

Russische Armee kommt nur langsam voran
Derzeit kommt die russische Armee auf dem Schlachtfeld im Osten der Ukraine nur langsam voran. Putin habe sich dennoch darauf festgelegt, den verbleibenden Teil der Region Donezk einzunehmen, hieß es aus Kremlkreisen. Das hatte der russische Präsident auch in einem Telefonat mit Trump gesagt.

Wie berichtet, hat das ukrainische Heer in der Nacht auf Donnerstag zwölf russische Tanker im Asowschen Meer angegriffen. Die Schiffe dienten der Versorgung des Kriegsgegners mit Treibstoff und transportierten Öl unter Umgehung internationaler Sanktionen. Eine weitere Eskalation könne die „militärische Spezialoperation verlängern“, warnte Peskow am Donnerstag in Moskau. „Je mehr die ukrainische Armee „unsere Infrastruktur angreift, desto mehr werden wir die Sicherheitszone an der Front ausdehnen müssen“, sagte der Sprecher weiter.

Anschläge vereitelt?
Zu den aktuellen Plänen könnten auch angeblich geplante ukrainische Anschläge in Moskau beigetragen haben. Diese seien gegen ranghohe Offiziere der russischen Armee sowie ein führendes Rüstungsunternehmen gerichtet gewesen, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit. Auch westliche Geheimdienste hätten sich an dem Vorhaben beteiligt.

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