Land kündigte bereits Hilfe bei der Jobsuche an, konkrete Infos sollen jedoch erst in den kommenden Tagen zugestellt werden
Nach der gestrigen Ankündigung des Landes, den Beschäftigten des Seniorenhauses Rudersdorf Unterstützung bei der Jobsuche anzubieten, war die Verwirrung groß. Die Mitarbeiter meldeten sich daraufhin bei der „Krone“ und erklärten, kein entsprechendes Schreiben erhalten zu haben. „Kein einziger von uns hat bisher einen Brief bekommen“, sagt die Stationsleiterin im Namen der gesamten Belegschaft. Man habe die Informationen – wie schon seit Beginn der Debatte – aus den Medien erfahren. Dass öffentlich bereits von Unterstützungsmaßnahmen gesprochen werde, ohne die Betroffenen zuvor direkt zu informieren, sorge im Haus für Kopfschütteln.
Beschäftigte wollen, dass es im Haus weitergeht
Die Mitarbeiter würden geschlossen hinter Betreiberin Petra Wagner stehen und sich wünschen, „dass das Haus geöffnet bleibt“. Besonders verärgert sei man darüber, dass ein bereits im April an das Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil gerichteter Brief aller Beschäftigten lange unbeantwortet geblieben sei. „Wir haben in dem Schreiben darum gebeten, dass man gemeinsam Lösungen findet“, heißt es von den Mitarbeitern. Dass man dann aber wieder zuerst von den Medien informiert werde, sei „eine Frechheit“. Auf Nachfrage der „Krone“ stellte das Büro von Soziallandesrat Leonhard Schneemann schließlich klar, dass es sich um zwei unterschiedliche Schreiben handle.
Land klärt auf: Es gibt zwei Briefe
Ein erster Brief sei „am Donnerstag der Vorwoche“ an die Adresse des Seniorenhauses „zu Handen aller Mitarbeiter“ geschickt worden. Dabei handle es sich um das Antwortschreiben auf den Brief der Beschäftigten. Ein weiteres, personalisiertes Schreiben mit konkreten Unterstützungsangeboten werde hingegen „in den kommenden Tagen“ versendet. Darin werde „aktive Hilfe und Unterstützung durch die Fachabteilung“ angeboten, um „nahtlose Übergänge in neue, wohnortnahe Beschäftigungsverhältnisse zu ermöglichen“. Aus dem Büro Schneemann heißt es dazu: „Wir haben großes Verständnis dafür, dass die derzeitige Situation die Mitarbeiter verunsichert.“ Man arbeite „mit Nachdruck an Lösungen, sowohl für die Bewohner als auch für die Mitarbeiter“.
Inhaltlich verschärft das Land zugleich den Ton gegenüber der Betreiberin. Man werde „nicht zulassen“, dass diese sich „weiterhin als Opfer darstellt“. Konkret wirft ihr das Land vor, öffentliche Pflegemittel „für private Geschäftsinteressen verwendet“ zu haben. Wörtlich heißt es: „Wir können und werden es nicht akzeptieren, dass mit öffentlichen Geldern hohe Geschäftsführer-Gagen, Dienstautos und private Gewinnmodelle finanziert werden.“ Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Kündigung der Tagsatzvereinbarung durch das Land mit 31. Juli.
Als Grund wurden „moralisch fragwürdige Vorkommnisse“ genannt. Wagner weist sämtliche Vorwürfe zurück und hat Klage gegen das Land eingebracht.
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