Nach dem angekündigten Entzug der Tagsätze durch das Land nimmt nun die Betreiberin des Pflegeheims in Rudersdorf (Bezirk Jennersdorf) Stellung. Sie möchte „vorliegende Missverständnisse“ ausräumen.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) erhob zuletzt im Landtag schwere Vorwürfe: Demnach habe sich die Betreiberin des Altenwohnheims in Rudersdorf – die ehemalige FPÖ-Nationalrätin Petra Wagner – durch den Verkauf des Hauses an ihre eigene Gesellschaft bereichert. Das ist laut Land zwar rechtlich in Ordnung, sei aber moralisch verwerflich. Doskozil kündigte an, die Vereinbarung über die Tagsätze aufzukündigen.
Die Aussagen von Landeshauptmann Doskozil im Landtag haben mich erschüttert bzw. meine Mitarbeiter und die Bewohner meines Hauses enorm verunsichert.
Pflegeheim-Betreiberin Petra Wagner
Wagner betont in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der „Krone“, dass sie seit 24 Jahren „mit großem Einsatz und viel Herzblut“ das Seniorenhaus betreibe. Die Aussagen des Landeshauptmannes hätten sie „erschüttert bzw. Mitarbeiter und Bewohner enorm verunsichert“. „Von Anfang an habe ich mich immer allen Vorgaben des Landes unterworfen und ausschließlich im Rahmen der Richtlinien gehandelt und gewirtschaftet“, betonte die Betreiberin. Sie sei bis jetzt nur über die Medien informiert worden und es gebe keinen Kontakt zum Land.
Wagner bestreitet zudem, dass gegenüber einer Wohnbaugenossenschaft noch 600.000 Euro offen seien. „Ich muss davon ausgehen, dass Landeshauptmann Doskozil zum Zeitpunkt seiner Aussagen kein korrektes Bild der Situation hatte“, erklärt die Betreiberin. Sie ist überzeugt, dass sich im persönlichen Austausch mit Vertretern des Landes die Themen aufklären und offensichtlich vorliegende Missverständnisse ausräumen lassen.
Land: „Kündigung in den kommenden Tagen“
Vonseiten des Landes hieß es dazu, dass in der Causa gerade eine Prüfung in allen Richtungen laufen würde. In den kommenden Tagen soll die Kündigung der Tagsätze erfolgen. Zeitgleich würde es bereits erste Gespräche zur möglichen Übersiedlung der Bewohner in andere Häuser geben. Landesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) machte zudem noch einmal deutlich: „Wer öffentliche Mittel erhält, hat eine klare Verpflichtung: Jeder Euro muss bei den Menschen ankommen – nicht in Unternehmensgewinnen.“
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