Prozess in Innsbruck

Schwerer Raub auf Busfahrer löste sich in Luft auf

Tirol
12.05.2026 05:01

Schock für den Lenker eines Linienbusses im Vorjahr in Telfs in Tirol! Bei einer Haltestelle stieg ein vermummter Mann ein, hielt ihm eine Pistole unter die Nase und erbeutete die Geldtasche. Nun saß ein Verdächtiger(28) vor Gericht – doch dieser stritt alles ab.

Sprichwörtlich die Hölle war im Oktober des Vorjahres in Telfs los. Nach einem schweren Raubüberfall mit einer CO2-Faustfeuerwaffe auf einen Busfahrer wurde eine Alarmfahndung ausgerufen. Ins Netz ging der Polizei schließlich ein 28-Jähriger, der nun in Innsbruck vor Gericht saß. Doch der Angeklagte stritt alles ab.

Unbekannter konnte mit geringer Beute flüchten
Kurz vor dem Raub, der sich gegen 23 Uhr ereignet hatte, stieg ein Mann mit einem E-Scooter in den Bus ein, zückte die Pistole und forderte die Geldtasche des Buschauffeurs. Mit dem Elektro-Roller machte sich der Dieb schließlich aus dem Staub. Die Beute war überschaubar, nur 154 Euro befanden sich in der Geldtasche.

Zitat Icon

Einiges spricht dafür, dass Sie es waren, einiges aber auch dagegen.

Vorsitzender Richter Paul Menardi

Zeugen konnten ihn am Montag jedoch nicht überführen. Niemand hatte ihn abseits von schwarzer Kleidung und schwarzem E-Scooter wirklich erkannt. Bei Angaben zu Statur, Kleidung und Waffe kamen die zahlreichen Anwesenden auf keinen gemeinsamen Nenner. Es blieb bei „könnte sein“ oder „möglicherweise“. Eine Zeugin sah den damaligen Täter sogar „deutlich schlanker“ als den Angeklagten, der vor dem Schöffensenat rund um den Vorsitzenden Richter Paul Menardi Platz nehmen musste.

„Indizienkette“ reichte nicht für Schuldspruch
„Einiges spricht dafür, dass Sie es waren, einiges aber auch dagegen“, erklärte schlussendlich der Richter und sprach den 28-Jährigen im Zweifel frei. Die Staatsanwältin hatte zuvor von einer „Indizienkette“ gesprochen, bei der man ansonsten von „sehr vielen Zufällen“ ausgehen müsse. Menardi und den beiden Schöffen reichte diese aber offenkundig nicht aus.

Ganz ohne Verurteilung kam der Mann aber nicht davon. Er hatte unter anderem in einem Lokal einen falschen Polizeiausweis vorgezeigt sowie in einem anderen Fall die Zeche geprellt. Dafür wurde der Tiroler zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt.

Sowohl das Urteil als auch der Freispruch sind jedoch noch nicht rechtskräftig.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Tirol
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung