Wer Recycling-Produkte kauft, hat das Gefühl, etwas Gutes zu tun. Bei Küchenrollen allerdings wird davon abgeraten – ein Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) hat ergeben, dass ausgerechnet jene Produkte schädliche Bisphenole enthalten.
Sie soll saugstark und reißfest sein und schnell bei der Hand, wenn beim Kochen ein Missgeschick passiert oder man sich nicht zum zwanzigsten Mal binnen zehn Minuten die Hände waschen möchte – die Küchenrolle. Sie fehlt auch in so gut wie keinem Haushalt und wird, wenn auch mit schlechtem Gewissen, manchmal sogar zum Putzen verwendet. Dies ist man dann dadurch versucht auszugleichen, indem man beim Einkaufen zumindest zur umweltfreundlicheren Variante greift. In diesem Fall ein Fehler, wie sich beim Küchenrollen-Test des VKI herausgestellt hat.
Die Tester raten vor allem von Recycling-Produkten ab, vor allem wegen der schädlichen Inhaltsstoffe. Bisphenol A ist als fortpflanzungsschädigend eingestuft und kann den Hormonhaushalt beeinträchtigen. Auch Ersatzstoffen wie Bisphenol S würden ähnliche Eigenschaften zugeschrieben. In Küchenrollen aus frischem Zellstoff wurden keine Bisphenole – chemische Verbindungen zur Kunststoffherstellunge – gefunden.
Können bei Hitze auf Lebensmittel übergehen
Ein beispielhafter Test habe gezeigt, dass Bisphenole bei Fett unter Hitze auf Lebensmittel übergehen können. Nach Kontakt eines Recyclingpapiers mit Speck wurden danach deutliche BPA-Rückstände gefunden. Küchenpapier aus Recyclingmaterial sollte also nicht oder nur sehr kurz mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, besonders mit warmen oder fetthaltigen Speisen, betonten die Konsumentenschützer. Problematisch sei zudem, wenn solche Produkte trotz nachgewiesener Bisphenole mit dem Glas-Gabel-Symbol als lebensmitteltauglich gekennzeichnet sind – wie bei der Küchenrolle Floralys von Lidl.
Was die eigentlich umweltfreundlicheren Tücher unbrauchbar macht
Die Recycling-Rollen waren überhaupt die Verlierer des Tests. Bei der Saugfähigkeit schnitten die vier Produkte aus reinem Altpapier – SoftStar, Saugstark&Sicher, Danke, Wepa Mach m!t – am schwächsten ab. Die Wahrscheinlichkeit, dass optische Aufheller vorhanden sind, war bei Produkten aus Altpapier viel größer als bei Küchenrollen aus frischem Zellstoff, so der VKI. Saugstark&Sicher-Küchentücher hätten diese chemischen Stoffe bei Lebensmittelkontakt sogar abgegeben.
Auffällig sei auch gewesen, dass Produkte aus Recyclingfasern häufiger höhere Keimwerte aufwiesen, wenn auch keine krankmachenden.
Insgesamt schnitten sechs der getesteten 15 Produkte gut ab, sieben durchschnittlich und zwei waren wenig zufriedenstellend. Die besten vier Produkte gehörten zu den teuersten.
Das sind die beiden Gewinner – und sie sind zweilagig
Den ersten Platz teilten sich mit je 73 von 100 möglichen Punkten zwei Markenprodukte: Plenty Original und Zewa Wisch&Weg Original. Es waren auch die Einzigen, die nur aus zwei Lagen bestehen. Alle anderen Produkte im Test waren dreilagig. Entscheidend für Nassfestigkeit und Saugkraft ist laut VKI nicht die Lagenanzahl, sondern das Zusammenspiel aus Materialqualität, Struktur und Verarbeitung.
Zwei Küchenrollen qualifizierten sich für das Prädikat gut und günstig: Je 60 Punkte und ein gutes Ergebnis teilten sich Happy End von Penny und S-Budget von Spar.
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