Mo, 25. Juni 2018

Ikeafans.com

16.07.2014 14:26

Ikea: Kreuzzug gegen Fan-Websites geht weiter

Anwälte des schwedischen Möbelgiganten Ikea führen derzeit einen erbitterten juristischen Kreuzzug gegen Fan-Websites, die das Wörtchen "Ikea" im Namen tragen. Nachdem der Weltkonzern erst kürzlich eine Bloggerin abgemahnt hat, die auf ihrer Website Anleitungen zur kreativen Neuinterpretation von Ikea-Möbeln veröffentlichte, geht das Unternehmen nun gegen die nächste Fan-Website vor: Ikeafans.com. Die Betreiber der Website wehren sich nun vor Gericht.

Dabei waren die Betreiber von Ikeafans.com bislang stets gut mit dem Möbelgiganten ausgekommen, berichtet das IT-Portal "Ars Technica". James und Susan Martin aus dem US-Bundesstaat Virginia hatten die Seite 2005 gegründet und seit 2007 mit Ikea zusammengearbeitet. Das Möbelhaus hatte ihnen die Zusammenarbeit bei einem Treffen zugesichert und ihr Projekt sogar noch gelobt, heißt es von den Martins.

Im April 2011 änderte Ikea allerdings seinen Umgang mit den Bloggern. Das Ehepaar, das den Ikea-Blog als Vollzeitjob betreibt und von den Werbeeinnahmen lebt, bekam Post von Ikea-Anwälten, welche die Übergabe einer zweiten von den Martins betriebenen Domain namens ikeawave.com forderten. Nach Rückfrage bei Ikea wurde den Martins gesagt, man werde sich um die Angelegenheit kümmern und sie hätten nichts zu befürchten. In diesem Jahr kam keine weitere Post von Ikea.

Ikea verschärfte Gangart gegenüber Ikeafans.com
Im Jänner 2012 verschärfte Ikea sein Vorgehen allerdings weiter und gab den Martins zu verstehen, dass sie ihre Domains nicht weiter benutzen dürften. Alle Logos und Symbole sollten entfernt, die Domain selbst an Ikea übergeben werden. Die Forderung kam nach Aussage der Martins, nachdem Ikea eine eigene Online-Community namens Share Space gegründet hatte, welche die gleiche Zielgruppe ansprechen sollte wie der Blog der Martins.

Verhandlungen mit dem schwedischen Möbelgiganten scheiterten, weshalb die Martins den Fall nun über den Gerichtsweg zu klären versuchen. "Ikea nimmt eine sehr harte Haltung ein", sagt der Anwalt der Martins. Ikea komme den Martins nicht entgegen und zeige kein Interesse an einer Einigung, sondern fordere sie schlicht dazu auf, ihren Job als Ikea-Blogger an den Nagel zu hängen und alles dem Möbelhaus zu übergeben.

Ikea brachte zweite Klage in den Niederlanden ein
Einer der Hauptgründe für die Forderungen Ikeas dürfte - wie schon im Fall der Fan-Website Ikeahackers.com (siehe Infobox) - der Umstand sein, dass die Martins Werbung auf ihrem Blog schalten und auf diese Weise ihren Lebensunterhalt bestreiten. Ikea zeigte sich besorgt, dass auf dem nicht zum Unternehmen gehörenden Blog beispielsweise Möbelwerbung der Konkurrenz geschaltet werden könnte und fordert nun vehement die Übergabe der Domain.

Zuletzt habe Ikeas Rechtsabteilung sogar eine zweite Klage gegen die Martins in den Niederlanden eingereicht – nach Ansicht des Anwalts ein weiterer Versuch, seine Mandanten zu belästigen. "Sie waren noch überhaupt nie in den Niederlanden", so der Anwalt.

Wie es mit Ikeafans.com nun weitergeht, wird ein Gericht entscheiden müssen. In einem ähnlichen Fall vor einigen Wochen, bei dem der Möbelkonzern gegen die Website Ikeahackers.com vorging, sorgte die große mediale Aufmerksamkeit dafür, dass Ikea zurückruderte und - zumindest für den Moment - eine Einigung mit der Betreiberin des Blogs anstrebte. Neun Jahre nach Gründung von Ikeafans.com dürfte das Ehepaar Martin auf eine ähnliche Entscheidung hoffen.

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