Kleinkind erkrankt

Babynahrung verunreinigt? Familie klagt Nestlé

Vorarlberg
29.07.2026 11:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine Vorarlberger Familie klagt den Nestlé-Konzern! Es geht um potenziell verunreinigte BEBA-Pre-Säuglingsnahrung. Es handelt sich dabei um den ersten österreichischen Zivilprozess rundum Anfang 2026 zurückgerufene Säuglingsnahrung.

Anfang 2026 rief Nestlé weltweit Säuglingsnahrung wegen möglicher Verunreinigung mit dem Bakteriengift Cereulid zurück, das Magen-Darm-Beschwerden verursachen kann.

Das Kleinkind des Dornbirner Ehepaares litt von Mitte November bis Ende Dezember 2025 unter täglichem Erbrechen und Atemnot und verlor an Gewicht, berichteten die Vorarlberger Nachrichten. Als das Kind nicht mehr mit der betreffenden Charge des Produkts gefüttert wurde, hätten die Symptome nachgelassen. Nun erheben die Eltern gegen den Hersteller Ansprüche nach dem Produkthaftungsgesetz (PHG) sowie auf Schmerzensgeld und Pflegeaufwand.

Eine Vorarlberger Familie klagt den Nestlé-Konzern.
Eine Vorarlberger Familie klagt den Nestlé-Konzern.(Bild: stock.adobe.com)

Großes Machtungleichgewicht
Der Anwalt der Familie verwies in dem Zeitungsbericht auf das große Machtungleichgewicht zwischen einer einzelnen Familie und einem global agierenden Konzern. Er geht von einer hohen Dunkelziffer an betroffenen Kindern in Österreich aus, da die betroffene Säuglingsnahrung im Spätherbst 2025 noch flächendeckend im Handel erhältlich war. Der Fall zeige, „dass auch Großkonzerne nicht schalten und walten können, wie sie wollen.“

Grund für den Rückruf durch Nestlé war eine potenzielle Kontaminierung mit Cereulid, einem Giftstoff des Bakteriums Bacillus cereus. Ein im Dezember 2025 festgestelltes technisches Gebrechen bei einem Zulieferer kontaminierte einen Inhaltsstoff. Das Bakterium selbst wurde im Herstellungsprozess abgetötet, das hitzestabile Bakteriengift verblieb jedoch im Pulver.

Nestlé betonte, dass die gemessenen Werte in Stichproben sehr niedrig waren. Nach dem ersten Rückruf im Jänner wurde dieser im Februar auf weitere Chargen ausgeweitet. Auch andere Hersteller waren betroffen.

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