Forderndes Ereignis

„Brandbekämpfung ist eine mühsame Knochenarbeit“

Kärnten
27.04.2026 05:00

Am vierten Tag nach dem Ausbruch des verheerenden Waldbrandes im Kärntner Lesachtal stehen Wehren noch im Einsatz. Aber es gibt auch erste Entspannung. 

Schwarze Asche, verkohlte Baumstümpfe, Rußgeruch. Die abgebrannte Waldfläche im Lesachtal – die 110 Hektar (!) umfasst, gleicht einer verbrannten Vulkanlandschaft. Der bisher größte Brand Kärntens sorgt seit Donnerstag für einen Ausnahmezustand in der Region – aber er ist nicht mehr der einzige Waldbrand in Österreich.

Sonntagfrüh konnte erstmals aber aufgeatmet werden. „Das Feuer ist unter Kontrolle, die Lage entspannter. Nachts gab es keine Ausbreitung mehr“, sagt Florian Jost vom Bezirksfeuerwehrkommando. „Doch vorbei ist es noch lange nicht!“

Gefahr lauert unter der Erde
Denn die Gefahr lauert unter der Erde! Die hartnäckigen Glutnester, die immer wieder aufflammen, liegen unterirdisch, breiten sich über Wurzeln aus. Seit Sonntag wird neben der Brandbekämpfung aus der Luft mit sieben Helikoptern auch vom Boden aus dagegen angekämpft.

Mühevoll werden einzelne Baumstümpfe herausgehackt, um zu den Brandherden zu gelangen.
Mühevoll werden einzelne Baumstümpfe herausgehackt, um zu den Brandherden zu gelangen.(Bild: Elisa Aschbacher)

„Eine schweißtreibende Knochenarbeit“, betont Landesfeuerwehr-Chef Rudolf Robin. „Es ist mühsam. Gott sei Dank ist die Hilfsbereitschaft hier enorm“, zollt LH Daniel Fellner den Einsatzkräften Respekt. Und auch Bauern greifen unter die Arme, liefern den Wehren mittels Güllefässern Wasser, Bewohner versorgen sie mit Snacks.

Feuerschuhe, Löschrucksack
Ausgestattet sind die 350 Feuerwehrleute, die Sonntag in steilstem Gelände eingesetzt werden, mit Feuerschuhen, Löschrucksäcken, Wärmebildkameras. Unter ihnen auch 60 Mitglieder der F-Kat-Bereitschaft 02 aus Spittal. „Die Hilfsbereitschaft war groß, wir konnten gar nicht alle mitnehmen“, sagt Harald Ebener, Kommandant der Einheit. Heute rücken die Züge aus St. Veit und Feldkirchen an.

Eine sechs Kilometer lange Wasserleitung wurde für die Bekämpfung auf den Berg gelegt. Auf die Hilfe aus der Luft kann weiter nicht verzichtet werden. „Die Präsenz der Helis ist absolut notwendig – wegen des Windes und des steilen Geländes. Bis zu fünf Maschinen stehen weiter zur Verfügung“, betont Bezirkshauptmann Heinz Pansi. „Gott sei Dank haben wir kein Wasserproblem.“ Beim verwendeten Löschwasser wurde alleine von den Hubschraubern die Millionenmarke geknackt: 1,141 Millionen Liter wurden auf den Brand ergossen.

„Wir sind guter Dinge, diese Woche Brand aus geben zu können“, sagt Einsatzleiter Gerd Guggenberger, der wegen des Großereignisses sogar die Firmung seiner Tochter verpasste.

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