Es ist einer der größten Brände Österreichs. 110 Hektar Wald – in steilstem Gelände – gingen in den vergangenen Tagen im Kärntner Lesachtal in Flammen auf. Am Sonntag konnte erstmals aufgeatmet werden, aber „es ist noch nicht vorbei“...
Der großangelegte Waldbrand – der 110 Hektar (!) umfasst – sorgt seit Donnerstag für Ausnahmezustand im Kärntner Lesachtal. Die Einsatzkräfte können Sonntagfrüh erstmals Entwarnung geben. „Der Brand ist unter Kontrolle. Die Lage ist entspannt. In der Nacht gab es zum Glück keine Ausbreitung mehr“, sagt Florian Jost vom Bezirksfeuerwehrkommando Hermagor. Auf die Hilfe aus der Luft ist man aber immer noch angewiesen.
Kampf vom Boden aus und aus der Luft
Doch vorbei ist es noch lange nicht. Heute, Sonntag, werden die Brandherde, die sich vor allem auch unterirdisch befinden, vom Boden aus bekämpft. Bisher wurde der Brand mittels Hubschraubern aus der Luft bekämpft. „Die Brandherdbekämpfung ist für die Feuerwehren eine mühselige und schweißtreibende Arbeit – vor allem im steilen Gelände!“ Alleine das Legen der Wasserleitung über eine Länge von sechs Kilometern war eine Herausforderung.
Landeshauptmann zollt Einsatzkräften Respekt
Seit Donnerstag haben 980 Feuerwehrleute unermüdlich gegen den verheerenden Brand gekämpft. „Es ist eine mühsame Arbeit. Auch wenn man heute nichts mehr sieht, muss der Brand vom Boden aus bekämpft werden“, zollt Landeshauptmann Daniel Fellner den Einsatzkräften Respekt. „Das Gebiet ist sehr unwegsam und extrem steil.“ Derzeit stehen 60 Mitglieder des Kat-Zugs 02 aus Spittal im Einsatz, am Montag werden die Züge aus St. Veit und Feldkirchen die Löscharbeiten fortführen.
„Die Bilder, wie wir sie heute sehen, sind sehr erfreulich und geben Hoffnung, dass wir diese Lage gut im Griff haben“, so Fellner. „Die Hilfsbereitschaft ist so unglaublich: Damen backen Kuchen und versorgen die Einsatzkräfte, die nicht nur aus Kärnten kommen. Auch andere Bundesländer und Italien stehen dem Lesachtal mit ihrer Mannstärke und Gerätschaften zur Seite.“
Über eine Million Liter Wasser
„Es ist gelungen, dass es keine Verletzten gibt und auch keine Wohnhausbrände“, ist Hermagors Bezirkshauptmann Heinz Pansi erleichtert und Rudolf Robin, Kärntens Landesfeuerwehrkommandant lobt: „Die Alarmierung des Einsatzes funktioniert sehr gut, auch das Zusammenspiel zwischen den unterschiedlichen Einsatzkräften, auch aus anderen Bundesländern.“ Und er merkt an: „Man darf eines nicht vergessen, es kann woanders ein Ereignis eintreten.“
Beim verwendeten Löschwasser wurde alleine von den Hubschraubern die Millionenmarke geknackt: 1,141 Millionen Liter Wasser wurden aus der Luft auf den Brand ergossen. Doch die Arbeit ist nicht vorüber. „Die weitere Präsenz der Hubschrauber ist absolut notwendig aufgrund des steilen Geländes. Bis zu fünf Maschinen stehen weiter zur Verfügung, um die Bodenarbeit zu unterstützen“, betont der Bezirkshauptmann. „Gott sei Dank haben wir kein Wasserproblem.“
Bis zum endgültigen „Brandaus“ kann es aber noch dauern. „Wir sind zuversichtlich, dass wir im Laufe der Woche Brand aus geben können“, erklärt Einsatzleiter Gerd Guggenberger.
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