Eine Feuerhölle hält das Lesachtal weiter im Griff. Seit Tagen fressen sich die Flammen dort durch steiles, schwer zugängliches Gelände, Siedlungen sind nicht weit entfernt. Die „Krone“ rückte in die Region aus, sprach mit Einsatzkräften und Bewohnern.
Seit Donnerstagabend lodert zwischen Maria Luggau und St. Lorenzen einer der schlimmsten Waldbrände, den Österreich in jüngster Vergangenheit erlebt hat. Doch unten im Tal wirkt beim „Krone“-Lokalaugenschein frühmorgens alles fast normal.
Mittlerweile 110 Hektar betroffen
Kühe werden gemolken, der Kärntnermilch-Lkw fährt. Doch immer wieder geht der Blick in Richtung Samalm: „Steht meine Hütte noch, brennt mein Wald schon?“, das fragen sich täglich mehrere Lesachtaler. „Noch steht sie“, sagt Josef Strieder. Oben kämpfen die Florianis gegen das Feuer, das sich nicht aufhalten lassen will. Mehr als 110 Hektar sind bereits betroffen, und mit jeder Windböe entstehen neue Brandherde.
„Mit einem lauten Knall ist das Feuer einfach über die Straße gerollt“, schildert Landwirt und Feuerwehrmann Manfred Guggenberger: „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“
Unterdessen tobt am Himmel der nächste Einsatz: Sieben Hubschrauber im Dauereinsatz! Drei vom Bundesheer – darunter ein Black Hawk, eine Leonardo AW-169 „Lion“ und eine AB-212 – dazu vier (!) Maschinen des Innenministeriums. Wasser wird so im Minutentakt abgeworfen. „Die fliegen bis zum letzten Licht“, staunt Michael Oberluggauer.
Die Piloten leisten einen großartigen Job und werfen das Löschwasser punktgenau ab.

Josef Strieder, Maria Luggau
Bild: Hannes Wallner
Doch selbst diese Schlagkraft hat Grenzen: Wasser muss teils über kilometerlange Leitungen aus der Gail auf den Berg und in Wasserbecken gepumpt werden. Tankfahrzeuge und Traktoren mit Fässern fahren im Dauerbetrieb. Im unwegsamen Gelände stehen mehr als 200 Feuerwehrmänner von 33 Wehren aus Kärnten und Osttirol im Einsatz. Mit Löschrucksäcken, Feuerpatschen.
„Während wir einige Fronten gesichert haben, breitet sich der Brand vor allem nach Norden weiter aus“, so Gemeindefeuerwehrkommandant und Vizebürgermeister Martin Guggenberger zur „Krone“.
Sonntag sollen die Katastrophenzüge des Landes als Unterstützung anrollen. Und trotzdem: Niemand schaut im Tal weg. Jeder versucht, irgendwie zu helfen.
Auch Einsatzleiter und Bezirkshauptmann Heinz Pansi ist beeindruckt: „Der Zusammenhalt ist außergewöhnlich. Die Menschen stehen füreinander ein und arbeiten Hand in Hand mit Feuerwehr, Rettung, Bundesheer und Polizei zusammen.“ Der Einsatz wird noch Tage dauern, denn Glutnester können sich auch unterirdisch ausbreiten, erneut Brände auslösen.
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