Arbeitsruhe in Tillga

Nur in Obertilliach: Gelöbnis am Herz-Jesu-Tag

Kärnten
13.06.2026 20:02

Einen Feiertag, den es sonst nirgends gibt, zelebriert man in „Tillga“ seit 110 Jahren: Seit der Gemeinderat aus Dankbarkeit auf das Herz Jesu gelobt hat. Von Kanonen, Kirche und Arbeitsruhe.

Einen Feiertag mehr als andere haben die Obertilliacher. Seit 110 Jahren. „An diesem Tag darf nicht gearbeitet werden!“, betont der Gemeindechronist Michael Annewanter. 

Warum die feierliche Stimmung? 1915 trat Italien gegen die Habsburgermonarchie in den Krieg ein. Auch Obertilliach wurde beschossen. Ein Schrapnell traf ein Wohnhaus im Dorf, in dem lauter Holzhäuser stehen! Doch Gott sei Dank kam es nicht zu einem Großbrand. Aus Dankbarkeit dafür veranlasste der damalige Pfarrer 1916 den damaligen Bürgermeister Jakob Annewanter, ein Gelöbnis zu Ehren des Herzen Jesu zu formulieren. 

Gemeinde- und Pfarrgemeinderat waren jeweils einstimmig dafür, dem heiligsten Herz Jesu die besondere festtägliche Gestaltung des Freitags nach der Fronleichnams-Oktav zuzusichern.

Die Gelöbnis-Urkunde aus 2016. Alle zehn Jahre wird das Gelöbnis vom Pfarr- und vom politischen ...
Die Gelöbnis-Urkunde aus 2016. Alle zehn Jahre wird das Gelöbnis vom Pfarr- und vom politischen Gemeinderat erneuert. Seit 1916.(Bild: Chronik Obertilliach)

„Das erste Gelöbnis galt für 20 Jahre, also bis 1936“, weiß der Post-Michl. „Alle zehn Jahre wurde es neu beschlossen. Und das wird auch heute noch gemacht.“ 

Die Arbeit ruht
Am Herz-Jesu-Freitag wird in der Kirche Gottesdienst gefeiert, die Mädchen und Buben aus Kindergarten und Schule feiern mit, die Gemeindebediensteten haben dienstfrei. Die Landwirte lassen die Arbeit auf den Äckern ruhen. Denn alle feiern ihren Herz-Jesu-Freitag. „Zum Herzen Jesu hatten wir in Obertilliach schon immer eine besondere Beziehung“, so Annewanter.

Gemeinderat in der ersten Kirchenbank
„Der gesamte Gemeinderat soll bei dieser heiligen Messe in der Kirche in der ersten Bank sitzen, der Bürgermeister liest die Gelöbnis-Urkunde von 1916 vor“, kennt Annewanter das Prozedere, das auch am vergangenen Freitag in Obertilliach zelebriert wurde; jedoch diesmal ohne Prozession. „Ich finde, es ist wichtig, dass wir in Obertilliach diesen Herz-Jesu-Freitag weiterhin in Ehren halten. Wir wurden von großen Katastrophen verschont, was ja nicht so selbstverständlich ist; dazu muss man sich nur umschauen in der Welt.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung