Gegnern der gemeinsamen Schule bis 14 wird es zu viel, Befürwortern zu wenig Reform sein. Vielleicht möchte Bildungsminister Christoph Wiederkehr ja deshalb die sechsjährige Volksschule vorerst in Modellregionen Wiens erproben.
Der dringendere Grund könnte aber die steigende Zahl der Wiener Volksschüler mit einer anderen Erstsprache sein. Das Beunruhigende dabei: Viele dieser Kinder kommen ohne ausreichende Deutschkenntnisse in die erste Klasse, obwohl sie hier geboren wurden oder bereits im Alter von zwei Jahren nach Wien kamen. Ich frage mich: Was ist hier vom Babyalter bis zum Schuleintritt eigentlich passiert?
Dass an österreichischen Schulen die Unterrichtssprache Deutsch ist, sollte jedem bekannt sein. In vier Jahren sind große Deutschdefizite nämlich kaum aufzuholen. Wir entlassen also Schüler, die nur einen geringen Wortschatz haben. 10- bis 14-Jährige verbessern ihr Deutsch danach nur wenig. Die Folge: Die Zahl der Jugendlichen, die nicht sinnerfassend lesen können, steigt rapide.
Den Ansatz des Ministers kann ich deshalb gut nachvollziehen: Wer nicht gut genug Deutsch sprechen, lesen und schreiben kann, wird dies später nur mehr schwer ausgleichen. Dass gerade Kinder mit einer anderen Erstsprache oftmals mehr Zeit benötigen, ist Lehrern bekannt. Ob sechs Jahre Volksschule als Maßnahme ausreichen, das Bildungsniveau unserer Schüler zu heben, bezweifle ich daher. Hier muss eindeutig noch mehr kommen.
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