Goldenes Licht, warmes Meer, die perfekte Kulisse: Doch Bali ist mehr als nur schöner Schein – es berührt, überrascht und zeigt auch Brüche. Genau das macht diese Insel unvergesslich und es bleibt das starke Gefühl, dass man bald wieder zurück muss.
Tief unten tosen die Wellen gegen die Felsen, ihr Donnern ist selbst hier oben auf der Klippe noch zu hören in fast 70 Metern über dem Meer. Die Luft in Uluwatu ist warm, schwer von Salz und tropischen Düften. Ein Pianist hat sein Klavier nah am Abgrund positioniert und verzaubert mit seinen Klängen den ohnehin schon fast magischen Moment, während die Sonne glutrot im Indischen Ozean versinkt. Das klingt nach einem kitschigen Märchen oder Marketing-Schmäh? Ist es aber nicht! Denn Bali ist eine Insel, die verzaubert, aber auch ihre Schattenseiten hat.
Bali ist mehr als Trauminsel: Es berührt
So ehrlich muss man sein: Diese Insel ist kein reines Hochglanzmagazin. Sie ist wild, widersprüchlich, chaotisch und oft auch laut. Aber genau diese Mischung macht sie so besonders und unwiderstehlich. Auf den Straßen wimmelt es von Motorrollern und Autos – aber alle manövrieren sich gekonnt und ohne Stress durch die Gassen. Scherzhaft könne man sagen, es herrscht hier Fließverkehr trotz Stau. Dazwischen Spuren des Alltags – Müll, der sich auf den Straßen und vereinzelt am Meer zeigt.
ANREISE: aus Wien nach Denpasar ca. 17 Stunden
Möglich mit Austrian Airlines, Emirates über Dubai, Turkish Airlines über Istanbul.
ZEITZONE: 6 Stunden vor Österreich
BESTE REISEZEIT: März bis November
EINREISE: Der Reisepass muss noch 6 Monate gültig sein, das Visum vorab online erledigen, ca. 30 Euro
BUDGET: Essen schon ab 4 Euro
Selbst in exklusiven Restaurants kostet eine Hauptspeise kaum mehr als 15 Euro.
MOBILITÄT: Für Taxifahrten die App Gojek aufs Handy laden – ist unverschämt günstig. Oder ein Moped mieten. Kosten: ca. 3-7 Euro/Tag. Vorsicht: Linksverkehr!
UNTERKUNFT: Privat, stilvoll, ein Hauch von Luxus: Auf Bali urlaubt man kaum in Hotels, sondern lieber in privaten Villen – mit Pool und viel Ruhe. Brandneu: „The Marali Bali“ oder „Enola Villas“. Kosten pro Tag zwischen 140-190 Euro inklusive täglichem Service.
Buchbar bei: www.houseofreservations.com
Auch Streunerhunde prägen und trüben für Tierfreunde das Bild von Bali – viele von ihnen krank und meistens hungrig. Das ist die andere Seite von Bali. Eine, die man nicht ausblenden darf, sondern aufzeigt, dass noch viel Handlungsbedarf ist. Aber trotzdem ist die tropische Insel ein Ort, der faszinierend ist und süchtig macht, und genau jetzt ist die beste Zeit, ihn zu erleben! Denn Bali hat quasi „unsere“ Jahreszeiten. Von März bis Ende Oktober herrscht Trockenzeit mit viel Sonne und blauem Himmel. In der übrigen Zeit bringt der Monsun immer wieder Regen.
Was Bali auch ist: eine stille Einladung, gesünder zu leben. Die Insel hat sich zu einem der bedeutendsten Wellness Zentren entwickelt – nicht, weil jemand das so beschlossen hätte, sondern weil das Klima, die Natur und die balinesische Kultur zusammen eine Atmosphäre erzeugen, in der Gesundheit sich selbstverständlich anfühlt.
Zwischen Palmen und purem Wohlgefühl
Zahlreiche Yoga-Oasen oder die angesagten Reformer Pilates Studios öffnen bereits mit Sonnenaufgang ihre Türen und es finden sich dann auch schon viele Fitnessfans ein. Denn Sport und gesunde Nahrung gehören zum Insel-Lifestyle einfach dazu. Zum Frühstück gibt es dann einen Avocado-Toast und einen Smoothie. Die Cafés und Restaurants überraschen nicht nur mit einem unglaublichen Sortiment bis hin zum Sauerteigbrot, sondern auch mit ihrer außergewöhnlichen Architektur.
Mal fühlt man sich wie in einem stylishen Loft in New York und im nächsten Moment sitzt man in einem Pavillon im Dschungel. Und wer zu faul ist – und sollte mach lieber sagen, wer zu sehr im Urlaubsmodus ist, um in ein Lokal zu gehen, der kann seinen Kaffee auch via App bestellen – die Lieferung erfolgt innerhalb von Minuten und das für wenig Geld. Auch wenn es um die Übernachtungen geht, tickt Bali anders als der Rest der Welt. Während anderswo das Hotel das Zentrum des Urlaubs bildet, ist auf dieser Insel das gemietete Haus die Heimat.
Eine Villa und damit ein eigenes kleines Reich! Oft mit Pool, tropischem Garten und viel Privatsphäre. Und doch läuft alles wie von selbst: denn es gibt die guten Geister, die täglich dafür sorgen, dass man sich um nichts kümmern muss. Für Paare wird daraus pure Romantik, für Familien ein Gefühl von Freiheit und für Gruppen ein exklusives, gemeinschaftliches Urlaubsleben auf höchstem Niveau – und das zu Preisen, die in Europa schlichtweg undenkbar wären.
Bali ist eine tief hinduistische Insel – und das spürt und sieht man bei jedem Schritt. Mehr als zwanzigtausend Tempel bedecken die Insel wie ein unsichtbares Netz aus Spiritualität. Für den Besuch eines Tempels sollte man sich genauso Zeit nehmen wie für einige magische Ausflüge ins Innere der Insel.
Rund um Uluwatu liegen die Strände, für die Surfer von allen Kontinenten hierherkommen. Nyang Nyang ist der wildeste und „einsamste“ – eine endlose Kurve weißen Sandes, umgeben von Felsen, mit Wellen, die Surferträume wahr werden lassen. Und: ein Bali-Urlaub ohne Beachclub ist wie Wien ohne Kaffeehaus.
Die Insel hat diese Form des entspannten Luxus perfektioniert: Pools, die nahtlos ins Meer übergehen zu scheinen, Bars mit einem schier endlosen Cocktailangebot und DJs, die genau spüren, wann welche Musik gespielt werden muss, um diesen ganz besonderen Bali-Vibe auszulösen. Nur ein paar Stunden Fahrt ins Landesinnere und Bali zeigt ein ganz anderes Gesicht. Die Straßen werden ruhiger. Die Luft kühler und man kann es kaum glauben – alles noch grüner. Ubud ist das kulturelle und spirituelle Zentrum Balis. Die Fahrt dorthin wartet mit allerlei Sehenswürdigkeiten!
Das Herz der Insel: Grün, wild und geheimnisvoll
Im „Sacred Monkey Forest Sanctuary“ leben siebenhundert Langschwanzmakaken – und die wissen sehr genau, wer hier den Ton angibt. Die Affen sind neugierig, frech und mitunter auch unverschämt. Der Wald selbst, mit seinen mit Moos bewachsenen Tempelanlagen und dichten Baumkronen, ist ebenso bewundernswert wie seine Bewohner. Nur wenige Kilometer entfernt kann man im Schmetterlingspark tausende prachtvolle – oft tellergroße Exemplare der anmutigen Insekten bestaunen.
Und dann die Wasserfälle! Sie verstecken sich in den Wäldern rund um Ubud. Man hört sie zuerst – ein tiefes Rauschen, das lauter wird, je näher man kommt. Bis zu 50 Meter tief fällt das tosende Wasser in die Schlucht, umgeben von dichtem Dschungel und einem feuchten, kühlen Boden.
Und für all jene, die Bali von oben erleben wollen, gibt es die Bali-Swing – eine über dem Dschungel hängende überdimensionale Schaukel hoch über den Reisterrassen von Tegallalang. Was nach einem Instagram-Trick klingt, entpuppt sich vor Ort als Erlebnis und großartiges Fotomotiv. Wer mehr Adrenalin braucht, findet es im Flying Fox über das Reistal oder beim Rafting.
Hier merkt man: Bali ist nicht nur Meer. Bali ist Natur in seiner schönsten Form, Bali ist widersprüchlich. Es ist laut und leise. Schmutzig und wunderschön. Chaotisch und gleichzeitig voller Ruhe. Aber genau das macht diese Insel so besonders.
Mit Momenten, die bleiben. Mit Ausblicken, die man nicht vergisst. Und mit einem Gefühl, dass man irgendwann wieder zurückwill.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.