Steuern, Abgaben und Nebenkosten fressen großen Teil des Einkommens weg. In vielen anderen Ländern bleibt mehr Netto übrig. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) legt vor und senkt jetzt die Kammerumlage pro Beschäftigten.
Österreich belegt bei der Steuerlast unrühmliche Spitzenplätze, vor allem der Faktor Arbeit ist massiv belastet. Laut neuem OECD-Bericht ist es Platz vier unter allen Ländern, von den Arbeitskosten krallt sich 47,1 Prozent der Staat, über Steuern, Sozialabgaben und Lohnnebenkosten.
Nur in Belgien, Deutschland und Frankreich ist die Belastung noch höher (siehe Grafik unten). Generell sind die Arbeitskosten in Österreich, auch wegen hoher KV-Abschlüsse, klar gestiegen. 2008 war Österreich auf Platz 10, derzeit sind wir bei den Kosten für eine Arbeitsstunde auf Platz 5, einen größeren Teil verursacht die Politik selbst.
Trotz Reformen: Keine Entlastung in Sicht
„An der hohen Belastung hat auch keine einzige Steuerreform der vergangenen Jahrzehnte etwas geändert“, kritisiert Dénes Kucsera, Ökonom der Agenda Austria. Die Koalition macht bisher auch nichts, um zu entlasten, im Gegenteil: Die kalte Progression, eine schleichende Steuererhöhung, kam letztes Jahr wieder zum Teil zurück.
Das bremst die Wirtschaft, da es Unternehmen sehr teuer kommt, neue Mitarbeiter einzustellen. „In der Industrie ist es der größte Wettbewerbsnachteil“, so Kucsera. Auch die Lohnnebenkosten, die Unternehmen auf den Bruttolohn draufzahlen müssen, sind in Österreich extrem hoch. Rund 30 Prozent kommen so noch einmal obendrauf.
WKÖ legt vor und senkt jetzt die Kammerumlage
Zumindest die Wirtschaftskammer handelt nun, ob die von ihr ebenfalls stark kritisierten Abgaben zu senken. Die Kammerumlage 2 – sie zählt auch zu den Lohnnebenkosten – wird gesenkt, bis 2029 in Summe um 100 Millionen Euro, ab 2030 dann jährlich um 100 Millionen Euro, eine Senkung um etwa 20 Prozent.
WKÖ-Chefin Schultz: „Haben geliefert“
„Jetzt ist die Regierung gefordert, unserem Vorbild zu folgen und eine breite Senkung der Lohnnebenkosten endlich anzugehen“, fordert Wirtschaftskammer-Chefin Martha Schultz. Die WKÖ, die mit ihrer Kammerumlage aber nur den kleinsten Teil ausmacht, habe geliefert, jetzt soll die Bundesregierung übernehmen. Tatsächlich ist das nun auch Thema bei den Budgetverhandlungen. Doch Finanzminister Marterbauer verweist immer wieder auf den Budgetvorbehalt.
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